Gegenblende – Das Debattenmagazin | Ausgabe 14: März/April 2012 | Die Arbeit des unternehmerischen Selbst

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Montag, 5. März 2012

Die Arbeit des unternehmerischen Selbst

von: Prof. Dr. Ulrich Bröckling
Büro

rbmedia / photocase.com

Hätte man in den 1950er oder 1960er Jahren nach einer Figur gesucht, in der sich die gesellschaftlichen Vorstellungen von Arbeit exemplarisch verdichten, so wäre einem vermutlich ein Facharbeiter etwa aus der Automobilindustrie, ein Angestellter im Großraumbüro und vielleicht noch ein Manager in den Sinn gekommen, kaum wohl aber ein Unternehmer. Nicht dass man Unternehmern pauschal abgesprochen hätte, dass sie selbst arbeiten, aber man sah sie doch vor allem als Arbeitgeber. In der Gegenüberstellung von Arbeitgeber und Arbeitnehmer klang, korporatistisch gezähmt, sozialstaatlich abgefedert und seiner klassenkämpferischen Konnotationen entledigt, noch der Antagonismus von Kapital und Arbeit nach. Arbeit war die eine Seite einer fundamentalen gesellschaftlichen Differenz; wer Arbeit sagte, meinte in der Regel Lohnarbeit.

Ebenso selbstverständlich wie der Gegensatz von Arbeit und Kapital war die Trennung zwischen Arbeit und Freizeit. Arbeit war das, was im Betrieb oder Büro stattfand und was entsprechend mit dem Feierabend ein Ende hatte. Wenn die Gewerkschaften für eine Reduzierung der Arbeitszeit stritten, dann ging es um das quantitative Verhältnis von Arbeit und Freizeit. Zeitlich und räumlich gehörten Arbeit und Nichtarbeit unterschiedlichen Sphären mit unterschiedlichen Regeln an. In der Arbeitswelt herrschte weithin unangefochten ein Disziplinarregime: Den Anweisungen der Vorgesetzten war Folge zu leisten, die Leistungsnormen waren einzuhalten; der Takt der Maschinen und die komplexen Entscheidungsketten bürokratischer Großorganisationen ließen für Eigeninitiative und Selbstbestimmung wenig Platz. Gefragt war die Anpassung an Normalitätsstandards. Individualität und jede Form von Nonkonformismus störten dagegen den reibungslosen Betriebsablauf. Wo Rationalisierung auf der Agenda stand, hatten Selbstverwirklichungsansprüche nichts verloren. Die Arbeit sicherte das Auskommen und, wenn es gut ging, einen gewissen Wohlstand, sie sorgte darüber hinaus für soziale Anerkennung, aber das Reich der Freiheit begann erst nach Schichtende oder Dienstschluss.

Zur Aufteilung in Arbeitgeber und Arbeitnehmer und der Trennung zwischen Arbeit und Freizeit kam eine dritte Dichotomie, die sich auf die gesellschaftliche Organisation der Arbeit bezog: Unternehmen waren in ihren Außenbeziehungen Marktakteure, die den Regeln des Wettbewerbs folgten; nach innen hin waren sie dagegen hierarchisch organisiert. Beim Abschluss eines Arbeitsvertrags standen sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer als formal freie und gleichberechtigte Kontraktpartner gegenüber. Die Arbeitskraft war eine Ware, die den gleichen Schwankungen von Angebot und Nachfrage unterlag wie andere Waren auch. Mit der Unterschrift unter den Arbeitsvertrag unterwarf sich der Arbeitnehmer für die vereinbarte Arbeitszeit jedoch der Kommandogewalt des Arbeitgebers. Um die gekaufte Arbeitskraft dann in tatsächlich geleistete Arbeit zu transformieren, setzte man in den Unternehmen nicht auf marktförmige Regulation, sondern auf die bereits erwähnten Disziplinarmechanismen. Die Produktivität und damit die Wettbewerbsfähigkeit auf den externen Märkten sollten sich, so der fraglose Common sense, am effizientesten dadurch steigern lassen, dass man intern ein Regime des command and control installierte und die Arbeitsabläufe entsprechend den Regeln wissenschaftlicher Betriebsführung rationalisierte. Kurzum, der Glaube an jene Zwei-Reiche-Lehre, die Marx auf die Formel „Anarchie der gesellschaftlichen und Despotie der manufakturmäßigen Arbeitsteilung“[1] gebracht hatte, war ungebrochen.

Die gesellschaftliche Semantik der Arbeit war durchzogen von begrifflichen Oppositionen und institutionellen Grenzziehungen: Kapital versus Arbeit, Arbeitszeit versus Freizeit, Fremdbestimmung versus Selbstbestimmung, Märkte versus Hierarchien usw. Die Kopräsenz dieser gegenläufigen Rationalitäten bildete das historische Apriori des Denkens und Handelns über politische Fraktionierungen und soziale Positionen hinweg. Die fraglose Plausibilität dieser Ordnung erodierte in den 1970er Jahren, und spätestens in den 1980ern setzte sich das durch, was die französischen Soziologen Luc Boltanski und Eve Chiapello den „neuen Geist des Kapitalismus“[2] und andere Forscher im Anschluss an Michel Foucaults Vorlesungen zur Geschichte des Regierungsdenkens die „neoliberale Gouvernementalität“[3] genannt haben, ein Regime, in dessen Zentrum die durchgängige Orientierung am Modell unternehmerischen Handelns und die Leitfigur des unternehmerischen Selbst steht.

Ich werde zunächst einige Analysen vorstellen, die nach den Gründen für diesen Umbruch fragen, und im weiteren dann versuchen, die Ratio der Enterprise Culture anhand von drei miteinander eng verbundenen Dynamiken zu skizzieren – der Vermarktlichung, der Entgrenzung und der Subjektivierung von Arbeit.

Der Aufstieg der Enterprise Culture

Paul Thibaud, diagnostizierte im Dezember 1984 unter dem Titel „Der Triumph des Entrepreneurs“ in der Zeitschrift „Esprit“ einen „politischen Wertewandel“: „Die ideologischen Grundlagen sind in Bewegung geraten“, schrieb er, „die Verhältnisse selbst unterweisen uns, und zwar nicht nur handfeste Gegebenheiten (unkontrollierbare Arbeitslosigkeit und ihre Folgen), sondern auch geistige Verschiebungen, unvorhergesehene Schlussfolgerungen, die sich aufdrängen, vormals selbstverständliche Forderungen, die man plötzlich nicht mehr verfechten kann.“[4] Thibaud stellte diesen Wertewandel in den Zusammenhang einer Krise des sozialdemokratischen Zeitalters. Dieses habe im Bann der Vorstellung gestanden, die Ökonomie ihrer gewaltsamen Momente entkleiden und als Garant eines universellen Rechts auf Arbeit in den Dienst nehmen zu können. Der Vorsorgestaat versprach soziale Sicherheit um den Preis sozialer Disziplinierung und Normalisierung. Die Gesellschaft erschien als ein Arrangement von Rechten, die Bildungswege, Freizeit, Lohn usw. der Individuen definierten. Welche Ziele die Einzelnen verfolgten, an welchen Werten sie sich orientierten, das blieb in dem so definierten Rahmen ihnen selbst überlassen. Nachdem die gesellschaftssanitären Verheißungen, die Utopie einer gesunden Gesellschaft, spätestens 1968 in die Kritik geraten waren, war vom sozialdemokratischen Projekt wenig mehr geblieben als ein Individualismus, der sich darin erschöpfte, dass die Menschen im Rahmen der wohlfahrtsstaatlich angebotenen Möglichkeiten ihren bescheidenen privaten Hedonismus pflegten.

Das Comeback des Unternehmergeists deutete Thibaud als eine mittelbare Folge dieses Erosionsprozesses: Der hedonistische Individualismus verlor, nachdem er den Kampf gegen die puritanische Sozialmoral gewonnen hatte, seine revolutionären, romantischen und exaltierten Züge und verlegte sich auf die Kunst des Möglichen. Für Thibaud war das zugleich eine Umlenkung von Energien, welche die Bewegung von 1968 noch in messianischen politischen Ideologien gebunden hatte. Das individuelle Streben nach Glück verlagerte sich auf die Sphäre des Konsums, und dieser versprach nicht länger die serielle Befriedigung normierter Bedürfnisse im Rahmen fordistischer Massenkultur, sondern lockte mit Abenteuer und Selbstverwirklichung und ließ materielle Ungleichheiten im Lobpreis der Differenz verschwinden. Konsumistischer und unternehmerischer Imperativ fielen zusammen: Als Konsument sollte der Einzelne sein Genusskapital akkumulieren und hatte sich zu diesem Zwecke so innovativ, risikobereit und entscheidungsfreudig zu erweisen, als müsse er ein Unternehmen zum Markterfolg führen. Dabei konnte er jene Verhaltensdispositionen einüben, die ihm auch in anderen Lebensbereichen zugute kamen. In den Worten Thibauds: „Von einem Unternehmer im Dienste des eigenen Genusses kann man zu einem Unternehmer im Allgemeinen werden. Das widerlegt, wenigstens teilweise, Daniel Bells These über den Widerspruch in der kapitalistischen Kultur, die auf Seiten der Produktion puritanisch und disziplinierend sei, auf Seiten des Konsums aber hedonistisch und verführerisch. Zwischen hedonistischem Individualismus und unternehmerischem Individualismus besteht von nun an weniger ein Widerspruch als vielmehr Übereinstimmung; und der Übergang von einer Einstellung zur anderen ist fließend. Der als unrealisierbar gescholtene Individualismus findet schließlich sein Heil in sich selbst und erzieht zu bürgerlicher Voraussicht und Initiative.“[5] Zwischen dem Streben nach Selbstverwirklichung und dem nach wirtschaftlichem Erfolg klaffte nicht länger ein unversöhnlicher Gegensatz, beide verstärkten sich vielmehr wechselseitig.

Diesen Verschiebungen der Wertehorizonte und Verhaltensorientierungen korrespondierten, so Thibaud weiter, veränderte Formen der Produktion, die ebenfalls eine Renaissance des Unternehmergeistes beförderten. Der Mythos des vom Tellerwäscher zum Millionär aufgestiegenen Selfmademan feiere fröhliche Urständ: „Jeden Tag hören wir die Geschichte von irgendjemandem, der ohne einen Cent angefangen hat, dann aber den richtigen ‚Riecher‘ hatte und erkannte, dass seine Zeitgenossen das ‚latente Bedürfnis‘ nach diesem Produkt oder jener Dienstleistung haben – Produkte und Dienstleistungen, auf die wir, befangen in unseren Gewohnheiten, nicht einmal im Traum gekommen wären.“[6]

Thibaud betonte, dass die Kultur der Entrepreneurship keineswegs das Ende staatlicher Interventionen bedeutete, und skizzierte – avant la lettre – den Übergang vom Wohlfahrts- zum aktivierenden Staat: „Die neuen Beziehungen zwischen Ökonomie und Gesellschaft sind nicht, wie einige Demagogen behaupten, durch eine Rückkehr zu einem ‚wilden‘ Kapitalismus gekennzeichnet, sondern eher durch die Entwicklung politischer Strategien, welche die Gesellschaft in die Ökonomie integrieren, Politiken der Mobilisierung, Integration, Verhandlung, die in steigendem Maße Gruppen außerhalb des Managements in die Funktionsweise der Wirtschaft einbinden.“[7] Die Ökonomie erschien nicht länger als ein Instrument im Dienste der Gesellschaft und ihrer politischen Institutionen, fortan sollten vielmehr die Gesellschaft und ihre politischen Institutionen den Imperativen der Ökonomie gehorchen. Thibaud beschloss seinen Aufriss mit einem Blick auf die prekären Effekte dieser Umbrüche: Mit dem Primat der Ökonomie kehrte, so sein Fazit, als moralisches Problem zurück, was das sozialdemokratische Zeitalter juridisch beziehungsweise versicherungstechnisch zu lösen versucht hatte: das Heer der Überflüssigen, „die der unter enormem Druck stehende Wohlfahrtsstaat im Elend zurücklässt und für die andere Politiken gefunden werden müssen“.[8]

Bemerkenswert ist Thibauds Essay vor allem, weil er den Siegeszug der Enterprise Culture zu einem Zeitpunkt erkannte und gegenwartsdiagnostisch einzuordnen verstand, als sich deren Umrisse gerade erst abzuzeichnen begannen. Die Übernahme der Regierungsgeschäfte durch Margaret Thatcher in Großbritannien (1979) und Ronald Reagan in den Vereinigten Staaten (1981) hatten auf politischer Ebene den Bruch mit den keynesianischen Programmen der Nachkriegszeit markiert. Dass jede und jeder zum Unternehmer des eigenen Lebens werden solle, lag in der Logik von Thatcherism und Reagonomics, welche die individuelle Selbstverantwortung an die oberste Stelle der politischen Agenda setzten und mit diesem Postulat den Abbau wohlfahrtsstaatlicher Sicherungssysteme flankierten. Konservative Think Tanks in Großbritannien und den USA hatten die marktradikale Wende bereits seit den 1970er Jahren eingefordert. Sie postulierten nicht den Rückzug des Staates, sondern die durchgängige Ausrichtung seiner Interventionen auf die Förderung unternehmerischer Initiative – ein aktivistisches Programm, das keinen Lebensbereich aussparen sollte.

In Deutschland, wo der Abschied vom sozialdemokratischen Projekt erst später und weniger abrupt erfolgte, tauchte die Figur des „unternehmerischen Selbst“ erstmals 1984 auf, und zwar im Kontext einer Analyse über die subjektiven Bewältigungsstrategien von Massenarbeitslosigkeit: Neben einer „mimetisch-defensiven Angstreaktion“ und einem „taktischen Realismus am Arbeitsmarkt“ identifizierten Wolfgang Bonß, Heiner Keupp und Elmar Koenen eine weitere Reaktionsweise: „Die Mobilisierung von Aktivitätsreserven, die gerade in der chaotischen Arbeitsmarktsituation ein spezifische Chance sieht, den Anbieter zum ‚Unternehmer seiner eigenen Arbeitskraft‘ zu machen. Diese praktisch folgenreiche Fiktion besteht darin, sich selbst als Bezugspunkt der Logik des Arbeitsmarktes vorzustellen, d.h. sich virtuell zum Subjekt einer eigenen Rationalität zu machen, die den Arbeitsmarkt als Feld der Mittel für eigene Zwecke nutzt. Dieser ‚Unternehmer‘ besitzt zwar prinzipiell auch nichts anderes als seine Arbeitskraft, er bietet aber, teils künstlich differenzierte Kompetenzen an…“[9] Die Autoimagination als Unternehmer, so die Diagnose, wendete die Ohnmachtserfahrung tatsächlicher oder drohender Arbeitslosigkeit in den Aktivismus desjenigen, der sich auf eigene Rechnung auf dem Arbeitsmarkt zu behaupten sucht. Hellsichtig erscheint im Rückblick insbesondere Bonß’, Keupps und Koenens Bemerkung über den gleichermaßen fiktionalen wie folgenreichen Charakter dieser Selbstmobilisierung, in der Simulation und Stimulation bis zur Ununterscheidbarkeit verschmolzen. Sich als handlungsmächtiges Subjekt zu imaginieren, statt sich den Kräften des Marktes wehrlos ausgeliefert zu fühlen, war gleichbedeutend damit, sich konsequent als Marktsubjekt zu verhalten.

In den deutschen Sozialwissenschaften wurde die Diskussion um die Verallgemeinerung unternehmerischer Verhaltensmodelle im Weiteren vor allem aus arbeits- und industriesoziologischer Perspektive geführt. Eine kritische Zuspitzung erfuhr sie mit der Arbeitskraftunternehmer-These von Günther G. Voß und Hans J. Pongratz. In der idealtypischen Gestalt des „Arbeitskraftunternehmers“ identifizierten die beiden „eine neue Grundform der Ware Arbeitskraft“, die den bisher vorherrschenden „verberuflichten Massenarbeitnehmer des Fordismus“ wenn nicht ablöste, so ihm doch zur Seite trat und „als Leittyp für die künftige Ar­beitswelt“ die „fortgeschrittenste Form subjektiver Produktivkraft“ verkörperte.[10] Maßgeblich für das Vordringen dieses Typus waren, so Voß und Pongratz, erstens die erweiterte Selbstorganisation und -kontrolle der Arbeitstätigkeit durch die Arbeitenden, zweitens der Zwang zur verstärkten Ökonomisierung der eigenen Arbeitsfähigkeiten und -leistungen und drittens die zunehmende Verbetrieblichung der alltäglichen Lebensführung.[11] Die Tendenz zu gesteigerter Selbstkontrolle, Selbstökonomisierung und Selbstrationalisierung, die den Arbeitskraftunternehmer kennzeichnete, ließ sich insbesondere in zukunftsträchtigen Erwerbsfeldern wie der Informations- und Kommunikationstechnologiebranche, im Weiterbildungs- und Beratungssektor und den Unternehmen der New Economy nachweisen. In anderen Segmenten des Arbeitsmarktes herrschte dagegen, so das Ergebnis branchenbezogener Studien, in denen Voß und Pongratz ihre These empirisch überprüften, weiterhin der Typus des verberuflichten Arbeitnehmers vor. Die prekäre Variante des Arbeitskraftunternehmers bildete das wachsende Heer der Kleinstselbständigen, die sich als arbeitsagenturgeförderte Ich-AGs oder ohne diese staatliche Anschubfinanzierung durchzuschlagen versuchten, ohne große Aussicht, damit irgendwann zu jenem Wohlstand zu gelangen, den man einmal mit der Gestalt des Unternehmers assoziierte.

Ähnlich wie Voß und Pongratz konturierte auch der Mailänder Soziologe Sergio Bologna die von ihm unter dem Rubrum „neue Selbständige“ gefassten unternehmerischen Arbeits- und Existenzformen gegen den Typus des fordistischen Massenarbeiters. War dieser in ein hierarchisches Fabrikregime eingebunden, das auch seine internen wie externen Kooperationen regelte, so müssen die neuen Selbständigen ihre Geschäftsbeziehungen selbst organisieren. Kommunikationsarbeit wird damit zu einem wesentlichen Bestandteil ihrer Tätigkeit. Arbeits- und Privatsphäre, für den Lohnarbeiter strikt getrennt, verschwimmen. Wohnraum und Arbeitsplatz, Freizeit und Arbeitszeit gehen ineinander über, wobei die durchschnittliche Arbeitsbelastung die Vierzig-Stunden-Woche deutlich überschreitet. Während die angestellten Arbeiter den Markt verlassen, sobald sie die Fabrik betreten, befinden sich die Selbständigen fortwährend auf dem Markt. Das Mehr an Selbstbestimmung erkaufen sie mit einem Weniger an sozialer Absicherung: „Sie können lange Zeit ohne Einkünfte bleiben und leben von ständig zu schaffenden Rücklagen, um den ‚Leerzeiten‘ in der Arbeit zu begegnen. Der Begriff ‚Risiko‘ ist der Mentalität der unabhängigen Arbeit eingeschrieben, weshalb die Leistung immer auch einen Werbeaspekt enthält, über den die unabhängig Arbeitenden entweder die Fortsetzung des geschäftlichen Verhältnisses zum Auftraggeber oder die Erschließung neuer Geschäftsbeziehungen zu gewährleisten versuchen. […] Die Angst vor der ‚Leere‘ hindert die selbständig Arbeitenden daran, die Früchte ihrer Arbeit zu genießen.“[12]

Bologna betonte, dass in den 1970er- und 1980er-Jahren der Weg in die Selbständigkeit vielfach nicht aus ökonomischer Notwendigkeit, sondern aus freien Stücken gewählt wurde, um den Disziplinarzwang der Fabrikordnung zu entkommen. Die Versöhnung von Leben und Arbeiten, welche die Alternativbewegung proklamierte, realisiert sich für die neuen Selbständigen als Ausgreifen der Arbeit in alle Lebensbereiche. Wichtig für die Genealogie der Enterprise Culture ist der Hinweis auf ihre gegenkulturellen Wurzeln. Zu einer hegemonialen Gestalt konnte das unternehmerische Selbst nur werden, weil sie an ein kollektives Begehren nach Autonomie, Selbstverwirklichung und nichtentfremdeter Arbeit anschloss. Ohne die utopischen Energien und die praktischen Kämpfe der Neuen sozialen Bewegungen, ohne ihre Experimente mit nichthierarchischen Organisationsformen, ohne massenhafte Weigerung, das eigene Leben in den vorgespurten Bahnen einer fordistischen Normalbiografie zu führen, hätte dieses Rollenmodell niemals eine solche Anziehungskraft entfalten können.

Ein Schlüsseldokument für die deutsche Diskussion ist der Abschlussbericht der „Kommission für Zukunftsfragen Bayern – Sachsen“ aus dem Jahre 1997, das die Figur des unternehmerischen Selbst dezidiert in den Rang einer politischen Zielvorgabe erhob und in seinem Grundtenor vieles von dem vorwegnahm, was seither in Reformagenden gegossen wurde. „Das Leitbild der Zukunft ist das Individuum als Unternehmer seiner Arbeitskraft und Daseinsvorsorge“, heißt es da. „Diese Einsicht muss geweckt, Eigeninitiative und Selbstverantwortung, also das Unternehmerische in der Gesellschaft, müssen stärker entfaltet werden.“[13] In der „unternehmerischen Wissensgesellschaft“ des 21. Jahrhunderts seien nicht mehr „die perfekten Kopisten vorgegebener Blaupausen“ gefragt, wie sie die „arbeitnehmerzentrierte Industriegesellschaft“ des 20. Jahrhunderts benötigt und hervorgebracht habe. Wirtschaft und Gesellschaft seien vielmehr angewiesen auf „schöpferische, unternehmerisch handelnde Menschen, die in höherem Maße als bisher bereit und in der Lage sind, in allen Fragen für sich selbst und andere Verantwortung zu übernehmen“. Aufgabe des Staates sei es, bei diesem Übergang Hilfestellung zu leisten; die Politik müsse „wieder einen ordnenden Rahmen setzen und die Gesellschaft wertorientiert steuern“. Jene Maßnahmen, die ein „Mehr an unternehmerischer Betätigung und Verantwortung“ stimulieren sollen, führten dabei „geradewegs zu einem Weniger an Sozialstaat“, was indes „keineswegs nur Verlust, sondern gleichzeitig auch Gewinn für den Einzelnen und die Gesellschaft“ bedeute – eine Einsicht, der sich allerdings große Teile der Bevölkerung noch verschlössen. Neben der Politik müssten daher auch Wissenschaft und Medien den Willen der Bevölkerung stärken, mit dem Wandel Schritt zu halten. Der imperativische Ton, gekoppelt mit der Drohung, der in Deutschland „im internationalen Vergleich fast einzigartige materielle Wohlstand gepaart mit sozialem Frieden, einem hohen Maß an innerer wie äußerer Sicherheit, viel Freizeit u. a. m.“ könnten „wie ein Kartenhaus zusammenfallen“, wenn „individuelle Sicht- und Verhaltensweisen sowie kollektive Leitbilder“ nicht auf unternehmerisches Handeln hin ausgerichtet werden,[14] macht den Bericht selbst zu einem Bestandteil jenes Kraftfelds, das er evozieren will.

Vermarktlichung

Was bedeutet es, Arbeit nach Maßgabe unternehmerischen Handelns zu modellieren? In ökonomischer Perspektive sind Unternehmer „nicht Menschen, wie man ihnen im Leben und in der Geschichte begegnet, sondern die Verkörperung von Funktionen im Ablauf der Marktvorgänge“[15]. Unternehmer gibt es nur, wo es Märkte gibt; unternehmerisches Handeln ist Handeln unter Wettbewerbsbedingungen. Die Diagnose, dass Individuen heute in einer Vielzahl von Lebensbezügen als Unternehmer ihrer selbst adressiert werden und sich verhalten, impliziert deshalb zugleich, dass ebendiese Lebensbezüge durch Marktmechanismen reguliert werden. Arbeit stellt in dieser Perspektive ebenso wie alles übrige Handeln auch eine Investition dar. Folgt man der ökonomischen Theorie des Humankapitals, die die neoliberale Ratio unternehmerischen Handelns am deutlichsten ausbuchstabiert, so erscheint das Individuum als eine ökonomische Institution. Was auch immer jemand tut, er könnte es auch unterlassen oder in derselben Zeit etwas anderes tun. Deshalb ist es sinnvoll davon auszugehen, dass er seine Ressourcen, insbesondere den knappen Faktor Zeit, so einsetzt, dass ein Höchstmaß an Befriedigung herausspringt. Der Mensch der Humankapitaltheorie ist vor allem ein Mensch, der sich unentwegt entscheidet. Wenn die Menschen ihren Vorteil verfolgen, handeln sie weder willkürlich, noch funktionieren sie wie Rechenmaschinen, die schematisch die immer gleichen Regeln anwenden. Sie treffen ihre Entscheidungen vielmehr auf der Grundlage (freilich stets unvollständiger) Informationen und passen sie an veränderte Umweltbedingungen an. Weil sie zum Zwecke der Maximierung ihres Nutzens lernen, kann man ihr Verhalten systematisch beeinflussen, indem man Anreize schafft oder beseitigt.[16]

Der wirksamste Mechanismus, um die Lernfähigkeit der Menschen und auf diesem Wege auch ihren Nutzen zu steigern ist der Markt. Er bildet ein ideales Konditionierungsinstrument, weil er nicht gegen die individuelle Vorteilssuche operiert, sondern durch diese hindurch. Es sind die Wahlhandlungen der einzelnen Akteure, die, vermittelt über die Preise, die soziale Synthesis herstellen. Der Wettbewerb verbindet universelle Vergleichbarkeit und den Zwang zur Differenz; er totalisiert und individualisiert zugleich: Jeder Einzelne muss sich in der Verfolgung seines Nutzens mit allen anderen messen, und er kann seinen Nutzen nur in dem Maße steigern, in dem er sich von seinen Mitbewerbern abhebt und für sich beziehungsweise für das, was er in den verallgemeinerten Tauschprozess einbringt, ein Alleinstellungsmerkmal geltend machen kann.

Je mehr Wettbewerb herrscht, desto mehr Gelegenheit haben die Akteure, ihr Handeln auf Wettbewerbsfähigkeit hin auszurichten. Only competition makes competitive. Der Markt erscheint in dieser Perspektive nicht als Ort des Interessenausgleichs mittels Tausch, sondern als unübersichtliche, endlose Abfolge sich auftuender und wieder schließender Lücken. Sie zu erkennen und auszunutzen, zeichnet den Unternehmer aus. Wenn die Ratio neoliberalen Regierens darauf hinausläuft, den Wettbewerbsmechanismus zu generalisieren und den Markt als universales Modell der Vergesellschaftung zu etablieren, dann wird die Gestalt des Unternehmers zum allgemeinen Leitbild.

Dieses Leitbild stellt gleichermaßen eine Wiederkehr wie eine radikale Inversion des Homo oeconomicus dar: Die Reaktivierung dieser Gestalt besteht darin, menschliches Handeln grundsätzlich als Wahlhandeln zu bestimmen und das Prinzip der Nutzenmaximierung als anthropologische Gegebenheit zu unterstellen. Während jedoch klassische Liberale wie Adam Smith überzeugt waren, dass die Individuen ihrer Natur folgen und als rationale Wirtschaftssubjekte agieren würden, wenn nur die politischen Instanzen sie nicht daran hindern würden, sind für die Neoliberalen weder der Markt noch die Marktakteure natürliche Gegebenheiten, die lediglich freigelegt, sondern sie müssen fortwährend geschaffen und stimuliert werden. Making markets und making enterprising selves fallen dabei zusammen.

Dass der Lohnarbeiter, der seine Arbeitskraft zu Markte trägt und sie möglichst teuer zu verkaufen sucht, als Unternehmer in eigener Sache handelt, ist für sich genommen kein neuer Gedanke. Wenn jeder Kapitalist seines eigenen Lebens ist, gibt es nur noch Unterschiede in Geschick und Fortune, aber keinen Antagonismus von Kapital und Arbeit mehr. Klassenkonflikte, und sei es in der gezähmten Variante eines Interessengegensatzes von Arbeitgebern und Arbeitnehmern verschwinden hinter den verallgemeinerten Mechanismen des Marktes, der als „eine Art von ständigem ökonomischen Tribunal“ fungiert und über Erfolg oder Misserfolg entscheidet.[17] Neu ist diese Generalisierung, die nicht nur den Verkauf der eigenen Arbeitskraft, sondern auch alle übrigen Aktivitäten als unternehmerisches Kalkül interpretiert.

Neu ist auch die konsequente Übertragung dieser Sicht auf die Arbeitsorganisation. Der Arbeitnehmer soll demnach nicht nur im Akt des Verkaufs seiner Arbeitskraft selbst als Unternehmer agieren, sondern man verlangt von ihm, auch in der veräußerten Arbeitszeit selbst unternehmerische Initiative und Verantwortung zu zeigen. Um auf dem Markt zu bestehen, sollen Unternehmen, so das Credo der neueren Managementliteratur, auch intern durch Marktmechanismen gesteuert werden. Jede Abteilung, schließlich jeder einzelne Mitarbeiter ist demnach als Kunde der vorgelagerten und als Lieferant der nächstfolgenden Phase in der Wertschöpfungskette anzusehen. Als interne Kunden haben sie das Recht (und die betriebswirtschaftliche Pflicht), ihren Zulieferern gegenüber auf uneingeschränkter Erfüllung der Termine und Qualitätsansprüche zu bestehen; als interne Lieferanten sind sie gehalten, ihre Produkte oder Dienstleistungen den Bedürfnissen der Abnehmer anzupassen. Aus konformistischen Lohn- und Befehlsempfängern sollen so „Intrapreneure“ werden, die ihre Arbeitsbereiche entsprechend der internen wie externen Kundenbedürfnisse selbständig organisieren und optimieren.

Während die einen sich dem Wettbewerb mit externen Konkurrenten stellen müssten, müssten die anderen bei Unzufriedenheit die benötigten Leistungen auch von Anbietern außer Haus beziehen können, was trotz Outsourcing und Profit-Center-Konzepten eher die Ausnahme darstellt. So dient das Modell in erster Linie dazu, eine veränderte Unternehmenskultur zu etablieren, konkret: die Mitarbeiter aller Ebenen auf unternehmerisches Handeln zu verpflichten. Unternehmen steigern ihre Wirtschaftlichkeit, lautet die Botschaft, wenn sie sich in eine Vielzahl von „Unternehmen im Unternehmen“ verwandeln. In dieselbe Richtung zielt auch das in Unternehmen (wie auch in Universitäten) populäre Konzept der Führung durch Zielvereinbarung, das die Beziehungen zwischen Leitung und Mitarbeitern nach dem Muster eines Kaufvertrags gestaltet. Beide Seiten stehen sich demnach scheinbar wie gleichberechtigte Geschäftspartner gegenüber und handeln verbindliche Leistungen und Lieferfristen aus. Die diskursive Verwandlung von Vorgesetzten und Untergebenen in interne Kunden und Lieferanten überführt so die Asymmetrie innerbetrieblicher Machtrelationen (und erst recht die antagonistische Rhetorik des Klassenkampfs) in eine Win-win-Situation gleichgerichteter Interessen.

Produktions- und Zirkulationssphäre sollen auf die gleiche Weise funktionieren und auch die Fabrik nicht länger mittels Autorität und Disziplin, sondern allein durch die Selbststeuerungsmechanismen des Marktes „regiert“ werden. Statt Ordnung, Fleiß und Pünktlichkeit avanciert der Dienst am Kunden zur obersten Tugend, wird die Abrichtung der Produzenten identisch mit ihrer Ausrichtung am Konsumenten. Hatte der Disziplinardiskurs feste Gussformen bereitgestellt, die dem Einzelnen als Modell dienen und in die er sich selbst einpassen sollte, so erzeugt der Mobilisierungsdiskurs der Enterprise Culture einen Sog, der den Einzelnen mitreißen soll, den Bewegungen der Kundenwünsche zu folgen. Dem entsprechen zwei unterschiedliche Modi der Unabschließbarkeit: Bei der Arbeit der (Selbst-)Disziplinierung hatte man nie aufgehört anzufangen, beim generalisierten Wettbewerb um die Kunden dagegen wird man nie mit etwas fertig.

Entgrenzung

Die ökonomische Theorie unterscheidet vier Grundfunktionen unternehmerischen Handelns: Erstens ist der Unternehmer ein Neuerer – Schumpeters „schöpferischer Zerstörer“ –, der die Produktionsstruktur reformiert oder revolutioniert. Zweitens ist er ein findiger Nutzer von Gewinnchancen, der billig kauft, um teuer zu verkaufen. Ein Unternehmer zeichnet sich drittens dadurch aus, dass er unter Bedingungen reiner, das heißt nicht in kalkulierbare Risiken zu überführender Ungewissheit agiert. Jede seiner Investitionen stellt eine Wette auf die Zukunft dar. Er ist ein Dezisionist, der handelt, auch wenn die Gründe, so und nicht anders zu handeln, niemals hinreichend sind. Ein Unternehmer trägt viertens nicht nur das Geschäftsrisiko, sondern auch die Verantwortung. Er ist ein Koordinator, der den Produktionsprozess steuert, die Arbeitskräfte disponiert und das Betriebskapital auftreibt, und er ist vor allem derjenige, der die strategischen Entscheidungen trifft, kurzum: er verkörpert für das Unternehmen das, was der Souverän für den Staat bedeutet.[18]

Gemeinsam ist diesen vier Kardinaltugenden ihre Unabschließbarkeit. Das unternehmerische Selbst lebt im Komparativ: Es reicht nicht aus, einfach nur kreativ, findig, risikobereit und entscheidungsfreudig zu sein, man muss kreativer, findiger, risikobereiter und entscheidungsfreudiger sein als die Konkurrenz. Die Einsicht, dass es ein Genug nicht geben kann, erzeugt den Sog zum permanenten Mehr. Weil die Anforderungen keine Grenzen kennen, bleiben die Einzelnen stets hinter ihnen zurück. Dem Plus ultra, das Schumpeter als Maxime des Entrepreneurs identifiziert,[19] entspricht das konstitutive Ungenügen eines jeden, der sein Leben nach dieser Maxime auszurichten versucht. Die unternehmerische Anrufung verbindet ein Versprechen mit einer Drohung, eine Ermutigung mit einer Demütigung, eine Freiheitsdeklaration mit einem unabweisbaren Schuldspruch. Wenn sie damit lockt, dass jeder seines Glückes Schmied sei, erklärt sie im gleichen Zug, an seinem Unglück sei jeder selbst schuld. Auf der einen Seite ist ihr Anspruch totalitär. Nichts soll dem Gebot der kontinuierlichen Verbesserung im Zeichen des Marktes entgehen. Keine Lebensäußerung, deren Nutzen nicht maximiert, keine Entscheidung, die nicht optimiert, kein Begehren, das nicht kommodifiziert werden könnte. Auf der anderen Seite bleibt die Produktion unternehmerischer Individuen gemessen an ihrem Anspruch stets eine failing operation. Einen hundertprozentigen Unternehmer gibt es so wenig wie einen reinen Markt. Die entrepreneuriale Anrufung konfrontiert die Individuen deshalb mit einer doppelten Unmöglichkeit – mit der, tatsächlich ein unternehmerisches Selbst zu werden, wie mit jener, die Forderung zu ignorieren, eines werden zu sollen. Niemand muss und kann dem Ruf unentwegt folgen, aber ein jeder hat doch beständig jene Stimme im Ohr, die sagt, es wäre besser, wenn man ihm folgte. Der Sog zieht noch in den sublimsten Lebensäußerungen, und seine Kraft bezieht er gerade daraus, dass keine Zielmarke existiert, bei der man halt machen könnte. So wenig es ein Entkommen gibt, so wenig gibt es ein Ankommen. Anders ausgedrückt: Unternehmer ist man immer nur à venir – stets im Modus des Werdens, nie des Seins.

Das unternehmerische Kraftfeld mag ungeahnte Potentiale frei setzen, aber es führt auch zu permanenter Überforderung. Weil der kategorische Komparativ des Marktes einen permanenten Ausscheidungswettkampf in Gang setzt, läuft der Einzelne fortwährend Gefahr, unterzugehen oder jedenfalls aus der prekären Zone permanenter Absturzgefahr nicht herauszukommen. Nicht alle sind in der Lage, diesem Druck standzuhalten, und niemand ist es immer. Obendrein sind die Chancen höchst ungleich verteilt: Auch die Gesellschaft der Entrepreneure ist eine Klassengesellschaft, aber der Begriff der Klasse verbindet sich nicht mehr mit dem Antagonismus von Kapital und Arbeit, sondern ruft die Semantik des Sports auf. Zwar stehen alle im Wettbewerb, doch es spielen nicht alle in der gleichen Liga. Ein Abstieg aus den höheren Klassen mag erniedrigend sein, weiter unten geht es im Extrem ums schiere Überleben.

Subjektivierung

Der Markt der Subjektivierung von Arbeit im Regime verallgemeinerter Entrepreneurship, „verarbeitet“ unentwegt Alteritäten, indem er sie entweder als Alleinstellungsmerkmale privilegiert oder sie als unverwertbar aus dem gesellschaftlichen Verkehr ausschließt. Mit bloßer Nachahmung und durchschnittlichen Leistungen kann man dort nicht reüssieren. Für genormte Disziplinarsubjekte ist in der verallgemeinerten Wettbewerbsgesellschaft kein Platz, gefordert sind Artisten des Alltags, die Exzentrik mit Effizienz verbinden. Im unternehmerischen Selbst feiert der romantische Traum vom Leben als Kunstwerk fröhliche Urständ. Die Alternative lautet: „Seien Sie besonders ... oder sie werden ausgesondert!“[20], eine Mahnung, die dem legendären „Sei spontan“ an Paradoxie in nichts nachsteht und gerade wegen ihrer Uneinlösbarkeit als Individualisierungsmotor funktioniert. In geradezu penetranter Weise ergeht der Ruf an die Einzelnen, sich dem paradoxen Imperativ einer Selbstoptimierung zu unterwerfen, welche die Abweichung von der Norm selbst zur Norm erhebt. „Obligation to dissent“, heißt das bei McKinsey´s.[21] Nur in dem Maße, in dem der Einzelne sich selbst als unverwechselbare Marke Ich kreiert, soll er sich von der Masse abheben und die Wettbewerber ausstechen können.

Subjektivierung von Arbeit meint zunächst einmal diese Nötigung zur Arbeit an sich selbst. Die Ratgeberliteratur, die dazu die Bauanleitungen liefert, schlägt vor, sich dabei wiederum am Modell des Unternehmens zu orientieren: „Definieren Sie sich eindeutig als ein Produkt, und stellen sie dann eine umfassende Marktforschung an. [...] Dazu müssen Sie sich als wirtschaftlich unabhängige Einheit betrachten, nicht als Teilstück, das ein Ganzes sucht, um darin zu funktionieren. Deshalb ist es enorm wichtig, dass Sie sich von einem Markt umgeben sehen, selbst wenn Sie Angestellter eines Unternehmens sind.“[22]

Mit der Identifikation seiner selbst als Ware ist es freilich nicht getan; die Parallelisierung von Individuum und Unternehmen reicht weiter. Das unternehmerische Selbst ist nicht nur Produkt und Produzent, Chef und Untergebener, sondern auch Lieferant und Kunde in einer Person. Seine unternehmerischen Tugenden soll der Einzelne nur dann voll entfalten können, wenn er das Prinzip der Intrapreneurship auf sich selbst anwendet und sich entsprechend aufspaltet: Als „Kunde seiner selbst“ ist er sein eigener König, ein Wesen mit Bedürfnissen, die vom „Lieferanten seiner selbst“ erkannt und befriedigt werden wollen. Ignoriert dieser die Ansprüche seines internen Geschäftspartners, wird ihn jener mit Antriebslosigkeit, Erschöpfung oder anderen Formen des Energieentzugs strafen. Funktioniert dagegen der Austausch, profitieren beide. Die Exploration der eigenen Wünsche ist deshalb ebenso wichtig wie die der Stärken und Schwächen. Der bereits zitierte Ratgeber empfiehlt, das Unternehmen Ich & Co. regelmäßig einem Qualitäts-Check zu unterziehen: „Sind alle Ihre Persönlichkeitsteile voll im Einsatz? Arbeitet jeder Teil an der Stelle, wo er seinen Fähigkeiten entsprechend optimale Ergebnisse erzielen kann? Arbeiten die Teile alle gut zusammen, oder gibt es Konkurrenz und Kompetenzgerangel? Müssen Sie befürchten, daß einige Teile am Ende gar die ‚innere Kündigung‘ vollzogen haben? Kennen sich überhaupt alle Teile untereinander, oder fühlen Sie sich eher als das Opfer zusammenhangloser Einzelteile? Sind alle mit Freude bei der Arbeit, sind alle gesund? Fühlen sich alle ausreichend respektiert und gewürdigt?“[23] Die Fragen enthalten schon die Antwort: „Ziele werden nicht aufgrund innerer Kraftproben oder durch Selbstüberwindung erreicht, sondern durch die Dynamik eines in sich stimmigen, reibungslos aufeinander abgestimmten Persönlichkeitssystems“.[24] Um „Erfolgsblockaden“, etwa aufgrund eines Streits zwischen „Karriere-“ und „Lebensfreudeteil“, zu beseitigen, empfiehlt es sich daher, eine interne Konferenz einzuberufen, den „Kreativen Teil“ als Moderator hinzuzuziehen und am Runden Tisch nach Möglichkeiten zur Verbesserung der Zusammenarbeit zu suchen. Identität ist in diesem Persönlichkeitsmodell Corporate Identity: die „Gewißheit, eine starke Mannschaft von vielen ‚wahren Ichs‘ in sich zu haben“.[25]

Ob die widerstreitenden Seelen in der eigenen Brust sich auf diese Weise versöhnen lassen, darf bezweifelt werden. Wer sich zwischen Karriere und Lebensfreude hin- und hergerissen fühlt, bleibt aber zumindest in Bewegung. Der Katalog von Schlüsselqualifikationen, wie ihn die Ratgeberliteratur gleichermaßen postuliert und zu vermitteln verspricht, muss selbst den ehrgeizigsten Selbstoptimierer vor unlösbare Aufgaben stellen. Die strukturelle Überforderung ist gewollt, erzeugt sie doch jene fortwährende Anspannung, die den Einzelnen niemals zur Ruhe kommen lässt, weil er jeden Fortschritt in der einen Richtung durch entsprechende Anstrengungen in der Gegenrichtung ausgleichen muss. Gefordert sind zugleich rückhaltloser Einsatz für die Firma, wie auch ein achtsamer Umgang mit den eigenen Kräften, auf der einen Seite soll man ein Betriebswirt des eigenen Lebens sein, auf der anderen Seite ein kreatives Motivationsgenie, das unablässig ein Feuerwerk an Ideen abbrennt. Gesucht wird – in einer schönen Formulierung von Manfred Moldaschl und Dieter Sauer – „der durchsetzungsstarke Teamplayer bzw. der teamfähige Einzelkämpfer; der kundenorientierte Glattling mit Ecken und Kanten [...]; der begnadete Selbstvermarkter, der die Sache in den Vordergrund stellt; der einfühlsame Moderator mit dem feinen Gespür für Situationen, aus denen sich Kapital schlagen läßt; und der zweckrationale Nutzenmaximierer mit Einsicht in die Erfordernisse des Ganzen“.[26] Die Widersprüche sind Programm: Die strukturelle Überforderung hält den Einzelnen in einem Zustand fortwährender Unzulänglichkeit und erzeugt eine Daueranspannung, die ihn niemals zur Ruhe kommen lässt, weil er jeden Fortschritt in der einen Richtung durch entsprechende Anstrengungen in der Gegenrichtung ausgleichen muss. Trotz phrasenhafter Beschwörung der Work-Life-Balance zielen die Programme nicht auf ein wohltariertes Gleichgewicht zwischen den gegensätzlichen Anforderungen, sondern nach der Kopräsenz der Extreme. Übergangslos switchen die Programme zwischen einer „Grammatik der Härte“ und einer „Grammatik der Sorge“[27] hin und her. Welches Register der Unternehmer seiner selbst jeweils zieht, bleibt seinem taktischen Kalkül oder seiner Intuition überlassen, entscheidend ist, dass er auf beiden zu spielen vermag.

Ökonomischer Erfolg und Selbstverwirklichung bilden bei der „Arbeit an sich“ keinen Widerspruch, sondern sollen einander bedingen und verstärken. Beide folgen dem Imperativ eines unabschließbaren Wachstums. Die Individuen sollen ihre Macht über sich selbst, ihr Selbstwertgefühl und Selbstbewusstsein und ihre Gesundheit ebenso maximieren wie ihre Arbeitsleistung und ihren Wohlstand und sie sollen professionelle Hilfe suchen, wenn sie mit all dem überfordert sind. So gegensätzlich das Ethos unternehmerischen Handelns und die Werte der Therapiekultur, wie sie sich insbesondere in den Konzepten der humanistischen Psychologie finden, auf den ersten Blick zu sein scheinen, sie treffen sich in einem Regime des Selbst, das den Einzelnen antreibt, für sein Personal Growth ebenso zu arbeiten wie für die Akkumulation des eigenen Humankapitals. Im allgegenwärtigen Coaching haben Unternehmens- und Therapiekultur inzwischen auch praktisch zusammengefunden.

Fluchtlinien der Nichtarbeit

So sehr die Anrufung des unternehmerischen Selbst die Kongruenz von individueller Selbstverwirklichung und ökonomischem Erfolg, von Wollen und Sollen beschwört, so sehr sie sich von herkömmlichen Strategien der Disziplinierung und Selbstdisziplinierung unterscheidet, wie diese ist sie im Kern ein Verfleißigungsprogramm.[28] Ist der fröhliche Müßiggänger das Vorbild für diejenigen, die sich dem Sog unternehmerischer (Selbst-)Mobilisierung zu entwinden suchen?

Dafür spricht die Provokation, die eine sich Die Glücklichen Arbeitslosen nennende Gruppe Ende der 1990er Jahre mit ihren „Faulheitspapieren“ und Aktionen auslöste.[29] Die Müßiggängster, so der Titel ihres Zirkulars, kündigten den Common Sense auf, dass Arbeitslose mit ihrem Los haderten beziehungsweise zu hadern hätten. Der gesellschaftliche Nutzen des Nichtstuns sei schließlich unbezweifelbar: „Was passiert, wenn ein Konzern ankündigt, daß er so und so viele Arbeitsplätze vernichtet? Alle Börsenspekulanten loben seine Sanierungsstrategie, die Aktien steigen, und bald darauf wird die Bilanz die entsprechenden Gewinne aufweisen. Auf diese Weise schaffen die Arbeitslosen mehr Profit als ihre Ex-Kollegen. Logischerweise müßte man dem Arbeitslosen dafür danken, daß er wie kein anderer das Wachstum fördert.“[30] Sieht man davon ab, dass ihre Pamphlete und Flugblätter bisweilen in einem Anflug kommunitaristischer Sozialromantik das „von vorkapitalistischen Traditionen unterstützte, intensive soziale Leben“ nichtwestlicher Kulturen und deren „Ökonomie der Gegenseitigkeit“ verklären,[31] so praktizierten Die Glücklichen Arbeitslosen eine experimentelle Kritik im Handgemenge, die sich der unternehmerischen Ratio, insbesondere ihrem Arbeitsethos, widersetzte, ohne sich um großformatige Gegenmodelle und politische Realisierbarkeiten zu scheren oder utopische Entwürfe auszumalen. Ihr fröhlicher Hedonismus hob sie gleichermaßen ab von der spröden Langeweile sozialwissenschaftlicher Abhandlungen wie auch von der Mobilmachungsrhetorik neoliberaler Marktapologeten, vom sozialarbeiterischen Empowermentjargon ebenso wie von spätmarxistischen Welterklärungsformeln. Als skurrile Variante zeitgenössischer Spaßkultur wollten sie sich allerdings ebenfalls nicht verbuchen lassen und konterkarierten immer wieder entsprechende Avancen des Medienbetriebs. Am Ende dadurch, dass sie – auch darin ganz Taktiker – ihre öffentlichen Interventionen wieder einstellten.

Ein Widerstandsprogramm gegen die Ökonomisierung des Individuums lässt sich daraus freilich nicht destillieren. Zum Gegenbild des unternehmerischen Selbst taugt der Glückliche Arbeitslose nicht. Den Protagonisten des geschäftigen Nichtstuns waren der historische Ort („1995 ließ es sich in Berlin relativ einfach und gut ohne Arbeit leben.“) und die begrenzte Lebensdauer dieser Gestalt, die ohnehin „eher als literarische Figur à la Candide gemeint [war], denn als reale Figur“, nur allzu bewusst: „Es ging darum, eine Abwesenheit sichtbar zu machen, ein Jenseits der Arbeitswelt flüchtig zu vergegenwärtigen“, heißt es in der Einleitung zu ihrer Textsammlung.[32] „Da wird selbst Wiederholung zum Verhängnis. […] So viel zum Thema glückliche Arbeitslosigkeit läßt sich auch nicht sagen, und wir wollen nicht langweilig werden.“[33]

Flüchtige Vergegenwärtigung des Abwesenden, das erscheint wenig, wenn es um Störung des Kraftfelds der unternehmerischen Anrufung geht, und ist doch schwierig genug. Vielleicht besteht ja die Subversion des Spirits of Enterprise, genau darin: rechtzeitig aufzuhören.

 

Der Beitrag stützt sich auf Überlegungen, die ich in meiner Studie „Das unternehmerische Selbst. Soziologie einer Subjektivierungsfigur“ (Frankfurt/M. 2007) ausführlicher dargestellt habe.

 


[1]    Karl Marx, Das Kapital, Bd. 1, MEW 23, Berlin 1962, S. 377.

[2]    Luc Boltanski/Eve Chiapello, Der neue Geist des Kapitalismus, Konstanz 2003.

[3]    Vgl. zum Überblick Thomas Lemke/Susanne Krasmann/Ulrich Bröckling, „Gouvernementalität, Neoliberalismus und Selbsttechnologien. Eine Einleitung“, in: dies. (Hg.), Gouvernementalität der Gegenwart. Studien zur Ökonomisierung des Sozialen, Frankfurt/M. 2000, S. 7-40.

[4]    Paul Thibaud, „Le triomphe de l’entrepreneur“, in: Esprit, Dez. 1984, S. 101-110; deutsche Übersetzung nach der englischen Fassung: „The Triumph of the Entrepreneur“, in: Telos, Nr. 64, Summer 1985, S. 134-140, hier: S. 134.

[5]    Ebd.

[6]    Ebd., S. 138.

[7]    Ebd., S. 140.

[8]    Ebd.

[9]    Wolfgang Bonß/Heiner Keupp/Elmar Koenen, „Das Ende des Belastungsdiskurses? Zur subjektiven und gesellschaftlichen Bedeutung von Arbeitslosigkeit“, in: Wolfgang Bonß/Rolf G. Heinze (Hg.), Arbeitslosigkeit in der Arbeitsgesellschaft, Frankfurt/M. 1984, S. 143-188, hier: S. 182 f.

[10]  G. Günter Voß/Hans J. Pongratz, „Der Arbeitskraftunternehmer. Eine neue Grundform der Ware Arbeitskraft?“, in: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie, 50 (1998), S. 131-158.

[11]  Ebd., S. 140 ff.

[12]  Sergio Bologna, Die Zerstörung der Mittelschichten. Thesen zur neuen Selbständigkeit (1997), Graz/Wien 2006, S. 38.

[13]  Kommission für Zukunftsfragen Bayern – Sachsen (Hg.), Erwerbstätigkeit und Arbeitslosigkeit in Deutschland. Entwicklung, Ursachen und Maßnahmen, Teil III: Maßnahmen zur Verbesserung der Beschäftigungslage, Bonn 1997, S. 36, www.bayern.de/wirtschafts­stand­ort/Zukunftsfragen/ (13.10.2005).

[14]  Ebd., S. 44, 40, 37 f., 35.

[15] Ludwig von Mises, Nationalökonomie. Theorie des Handelns und Wirtschaftens (1940), München 1980, S. 245.

[16]  Vgl. Gebhard Kirchgässner, Homo oeconomicus. Das ökonomische Modell individuellen Verhaltens und seine Anwendung in den Wirtschafts- und Sozialwissenschaften, 2. Aufl., Tübingen 2000, S. 17 f.

[17]  Michel Foucault, Geschichte der Gouvernementalität II. Die Geburt der Biopolitik. Vorlesungen am Collège de France 1978-1979, Frankfurt/M. 2004, S. 342.

[18] Vgl. Joseph Schumpeter, Theorie der wirtschaftlichen Entwicklung, München/Leipzig, 2. Aufl., 1926; von Mises, Nationalökonomie; Israel M. Kirzner, Wettbewerb und Unternehmertum, Tübingen 1978; ders., Unternehmer und Marktdynamik, München/Wien 1988; Frank H. Knight, Risk, Uncertainty, and Profit (1921), New York 1964; Mark Casson, The Entrepreneur. An Economic Theory, Oxford 1982; ders., Enterprise and Leadership, Cheltenham 2000.

[19] Schumpeter, Theorie der wirtschaftlichen Entwicklung, S. 137.

[20] Peters, Selbstmanagement, S. 8.

[21] „Knowledge-Unternehmer ihrer eigenen Fähigkeiten“. Interview mit Jürgen Kluge, Office Manager McKinsey Germany, in: high potential, 4/01, Dez./Jan., S. 23.

[22]  William Bridges, Ich & Co. Wie man sich auf dem neuen Arbeitsmarkt behauptet, Hamburg 1996, S. 138 f.

[23]  Ebd., S. 130.

[24]  Ebd., S. 16.

[25]  Ebd., S. 132.

[26]  Manfred Moldaschl/Dieter Sauer, „Internalisierung des Marktes – Zur neuen Dialektik von Kooperation und Herrschaft“, in: Heiner Minssen (Hg.), Begrenzte Entgrenzungen – Wandlungen von Organisation und Arbeit, Berlin 2000, S. 205-224, hier: S. 221.

[27]  Vgl. Wolfgang Fach, „Staatskörperkultur. Ein Traktat über den ‚schlanken Staat‘“, in: Bröckling/Krasmann/Lemke (Hg.), Gouvernementalität der Gegenwart, S. 110-130.

[28]  Vgl. zu den historischen Politiken der Verfleißigung und den Kampf gegen die Faulheit Rudolf Helmstetter, „Austreibung der Faulheit, Regulierung des Müßiggangs. Arbeit und Freizeit seit der Industrialisierung“, in: Bröckling/Horn (Hg.), Anthropologie der Arbeit, S. 259-279.

[29]  Einige Texte der Gruppe sind versammelt in Guillaume Paoli (Hg.), Mehr Zuckerbrot, weniger Peitsche. Aufrufe, Manifeste und Faulheitspapiere der Glücklichen Arbeitslosen, Berlin 2002.

[30]  Ebd.

[31]  „Auf der Suche nach unklaren Ressourcen“, S. 43 f.

[32] Paoli (Hg.), Mehr Zuckerbrot, S. 8f.

[33] Paoli, „Aussteigen für Einsteiger“, S. 21 f.


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