Gegenblende – Das Debattenmagazin | Ausgabe 35: 2016 | Wenn Eltern gegen Flüchtlinge hetzen

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Dienstag, 1. März 2016

Wenn Eltern gegen Flüchtlinge hetzen

Aktuelle Herausforderungen für die politische Erwachsenenbildung

von: Kai Venohr, Björn Allmendinger
Weiterbildung

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Als zunächst Hunderte, dann aber Tausende aufgebrachte BürgerInnen im Herbst 2013 ihre rassistische Gesinnung in Form eines Fackelzugs auf die Straßen des sächsischen Schneebergs trugen, war das Entsetzen über den offensichtlichen Schulterschuss von Neonazis und örtlicher Bevölkerung groß. Schnell wurde den KommentatorInnen und BeobachterInnen klar: Die rechte Bürgerinitiative „Schneeberg wehrt sich“ war kein Einzelfall und erst recht kein ostdeutsches Phänomen. In zahlreichen Städten und Gemeinden Deutschlands waren bereits Zusammenschlüsse so genannter „besorgter“ BürgerInnen entstanden, die sich gegen eine drohende Unterbringung von Flüchtlingen in der eigenen Nachbarschaft zur Wehr setzten.

Interessant ist hier aber vor allem ein Blick auf die Zusammensetzung jener aufgebrachten bzw. „besorgten“ BürgerInnen. Ob in Freital, Berlin-Hellersdorf, Heidenau oder Nauen: In allen Fällen hat der Protest einen bürgerlichen Charakter. Überraschend ist dies sicher nicht. Zahlreiche Studien belegen, dass rechtsextreme Einstellungen inmitten der Gesellschaft und in allen politischen Lagern verankert sind (vgl. z. B. Decker et al. 2013, Heitmeyer 2012a oder Zick/Klein 2014). Die besorgte, gut situierte bürgerliche Mitte organisiert sich im Netz, über soziale Netzwerke, Blogs oder Foren, und hetzt dort offen gegen Flüchtlinge und so genannte „Gutmenschen“. Doch wer sind diese „unbescholtenen“ BürgerInnen die vor einer drohenden Islamisierung warnen, gegen Flüchtlinge hetzten und Politik und (Lügen-)Presse verteufeln?

Die Mär vom Jugendphänomen

Das oft gezeichnete Bild des rechtsextremen Jugendlichen aus Ostdeutschland mit niedrigem Bildungsniveau und einem ausgeprägten Hang zur Gewalt, ist im Hinblick auf die empirischen Befunde der letzten Jahre nur bedingt haltbar. So ist Rechtsextremismus bei weitem kein Jugendphänomen. Wie z. B. die aktuelle Mitte-Studie von Zick und Klein (2014) belegt, stimmen nach wie vor Personen über 60 Jahren rechtsextremen Einstellungen am ehesten zu; wenngleich in den letzten Jahren ein besorgniserregende Trendwende stattgefunden hat und die Gruppe der 16- bis 30-Jährigen inzwischen ähnliche Einstellungsmuster aufweist (vgl. Zick/Klein 2014: 40). Exemplarisch lässt sich dieser Zusammenhang von Alter und rechtsextremer Orientierung anhand des aktuellen Phänomens PEGIDA veranschaulichen. So kommt eine Studie der TU Dresden zu folgendem Ergebnis: „Der ‚typische‘ PEGIDA-Demonstrant entstammt der Mittelschicht, ist gut ausgebildet, berufstätig, verfügt über ein für sächsische Verhältnisse leicht überdurchschnittliches Nettoeinkommen, ist 48 Jahre alt, männlich, gehört keiner Konfession an, weist keine Parteiverbundenheit aus und stammt aus Dresden oder Sachsen“ (Vorländer 2015). Oder wie die Forschungsgruppe des Göttinger Instituts für Demokratieforschung notiert: „Pegidisten sind zu einem ganz großen Teil männlich und mittleren Alters. Im statistischen Durchschnitt ist der Pegidist 44,2 Jahre alt“ (Geiges et al. 2015: 63). Auffällig ist hierbei, dass PEGIDA eben kein jugendkulturelles Phänomen darstellt und abwertende Haltungen gegenüber Flüchtlingen oder Menschen mit so genanntem Migrationshintergrund in der Mitte der Gesellschaft verankert sind.

Viele SozialarbeiterInnen und PädagogInnen sind sich dieser Problemlage nicht bewusst und reagieren zumeist verwundert, wenn bspw. Eltern das rechtsextreme Verhalten ihrer Kinder nicht nur dulden, sondern sie sogar in ihrer antidemokratischen Grundhaltung bestärken. Rassismus im Alter ist für viele BildungsarbeiterInnen nach wie vor ein unbekanntes Terrain. Dies verwundert nicht, denn auch die politische Erwachsenenbildung hat sich diesem Themenfeld bislang nur sehr zögerlich genähert. Dabei könnte ein (vorübergehender) Perspektivenwechsel durchaus lohnende Einblicke ermöglichen. Denn nicht wenige Jugendliche kommen schon früh im familiären Kontext mit rassistischen Ressentiments in Kontakt, wissen damit aber nur selten umzugehen, geschweige denn diese politisch einzuordnen. Antisemitische Äußerungen auf Familienfeiern, rassistische Entgleisungen bei nachbarschaftlichen Fußballabenden oder herablassende, chauvinistische Kommentare während des gemeinsamen Familienurlaubs sind keine Seltenheit. Im schlimmsten Fall werden die rechtsextreme Gesinnung der Eltern und deren rassistisches Weltbild von den Heranwachsenden sogar als Selbstverständlichkeit wahrgenommen. Politische Bildungsarbeit gegen Rechtsextremismus kann folglich nur dann erfolgreich sein, wenn sie auch oder gerade jene erwachsenen Personen miteinbezieht, die bereits von Jugendlichen als relevante Bezugspersonen erachtet werden.

Aufgabenfelder und Zielsetzungen

Seit Januar 2015 kam es zu über 900 flüchtlingsfeindlichen Vorfällen (vgl. AAS/PA 2016). Seitdem hat das Interesse an politischen Bildungsangeboten gegen Rechtsextremismus deutlich zugenommen. Parteiübergreifend wird die Schlüsselrolle der politischen Bildung im Kampf gegen Rechtsextremismus hervorgehoben. Die signifikante Anhebung der Mittel für Demokratieförderung und politische Bildung blieb bislang aber weitestgehend aus. Folglich ist bei diversen Bildungsträgern inzwischen Ernüchterung eingetreten: Viele BildungsarbeiterInnen fühlen sich gar an die 1990er Jahre erinnert, als unter den Eindrücken der rassistischen Gewaltakte von Rostock-Lichtenhagen, Hoyerswerda, Solingen und Mölln staatliche Mittel gegen Rechtsextremismus scheinbar „per Gießkannen“-Prinzip verteilt wurden, ohne an eine langfristige Finanzierung der politischen Bildungsarbeit zu denken. Aufgrund der kurzfristigen Förderdauer mussten damals viele erfolgsversprechende Projekte gegen Rechtsextremismus letztlich eingestellt werden. Ferner vereitelten die „reflexartigen Zuschreibungsmechanismen `auf die Jugend´ als Kerngruppe des Problems“ (Kaletsch 2012: 90) eine tiefergehende Auseinandersetzung mit dem Rassismus von BürgerInnen mittleren und höheren Alters. Unvergessen bleiben bspw. die Beifallsbekundungen älterer AnwohnerInnen in den Brandnächten von Rostock-Lichtenhagen.

Politische Bildung muss auf Lern- und Veränderungsprozesse setzen, Raum für neue Ein- und Ansichten zulassen und sollte Einstellungen, Orientierungen sowie Überzeugungen reflektieren und problematisieren (vgl. Engelhard 2002: 22). Allerdings stößt die Auseinandersetzung mit rechtsextremen Gedankengut „dort an ihre Grenze, wo Jugendliche und Erwachsene ihre persönliche und soziale Identität aus der Zugehörigkeit zu rechten Szene, Cliquen, Gruppierungen und Organisationen gewinnen, sich als Angehörige einer Sub- und Gegenwartskultur bewusst sind und absichtsvoll gegen die demokratischen Mehrheitsgesellschaft abgrenzen. Diesen Kern rechtsextremer Täter wird politische Bildung kaum erreichen“ (ebd.: 21). Zudem werden oftmals die Möglichkeiten und die Wirksamkeit politischer Bildung gegen Rechtsextremismus überschätzt.

Einblicke in die Bildungspraxis

Mit Blick auf jene Arbeiten, die sich explizit mit dem Bereich Rechtsextremismusprävention in der politischen Erwachsenbildung befassen, lassen sich folgende Themenfelder als charakteristisch eingrenzen: (1) historisch-politische Bildung; (2) Aktuelle Entwicklungen und Erscheinungsformen des Rechtsextremismus; (3) Entstehung und Funktionen von Vorurteilen und Diskriminierungen (4) Menschenrechts- und Demokratieerziehung; (5) MultiplikatorInnen-Schulungen und Empowerment.

Ein großer Teil der Angebote befasst sich mit aktuellen Erscheinungsformen rund um das Phänomen Rechtsextremismus (z. B. die Bildungsangebote von Volkshochschulen, Gewerkschaften oder die Angebote im Rahmen der Lokalen Aktionspläne - LAP). Seminare zur „Erlebniswelt Rechtsextremismus“ (Aufklärung zur Symbolik, Kleidung, Musik und Lebensgefühl) haben dabei einen besonderen Stellenwert, da sie oft Informationen über lokale Strukturen geben sowie zum Erfahrungsaustausch mit den unterschiedlichen Phänomenen des Rechtsextremismus anregen. Im Rahmen der Menschenrechtserziehung steht vor allem die Selbstreflexion im Vordergrund. In diesen Veranstaltungen wird das Phänomen in seiner Vielschichtigkeit beleuchtet sowie das eigene Handeln analysiert und reflektiert. Neben der dekonstruktiven Kritik am Rechtsextremismus ist hier vor allem Selbstkritik ein entscheidendes Kriterium.

Als ein Beispiel politischer Erwachsenenbildung zur Rechtsextremismusprävention kann die zertifizierte Fortbildung „MultiplikatorInnenqualifizierung Rechtsextremismus: Prävention Intervention“ des DGB Bildungswerk Bund in Zusammenarbeit mit der Bundeszentrale für politische Bildung gelten. In verschiedenen Modulen, die sich mit den jeweiligen Dimensionen des Rechtsextremismus befassen, werden MultiplikatorInnen über ein Jahr hinweg fortgebildet. Das Ziel besteht darin, sie auf unterschiedliche Erscheinungsformen des Rechtsextremismus vorzubereiten. So entwickelte z. B. ein Mitarbeiter eines großen Wohlfahrtsverbands eine Qualifizierung für ehrenamtliche und hauptamtliche MitarbeiterInnen aller Altersstufen und initiierte dadurch wichtige inhaltliche und konzeptionelle Veränderungen in der verbandsinternen Bildungsarbeit.

Schlussbetrachtung

Politische Bildung gegen Rechtsextremismus erfüllt für demokratische Gesellschaften eine außerordentlich wichtige Funktion: Sie bietet Orientierung, ermutigt Menschen zu politischer Teilhabe und zivilgesellschaftlichem Engagement, schärft das Problembewusstsein für Formen der Diskriminierung und Ausgrenzung, vermittelt theoretisches Wissen sowie konkrete Handlungsmöglichkeiten und liefert Argumente gegen rechtsextremes Gedankengut. Gleichwohl ist politische Bildung keine „Allzweckwaffe“ oder „Allheilmittel“ zur Lösung aktueller gesellschaftlicher Problemlagen; denn Demokratie muss stets neu gelernt, erfahren und vor allem gelebt werden.

Die politische Erwachsenenbildung gegen Rechtsextremismus spielt zurzeit nur eine untergeordnete Rolle und wird überlagert von Bildungsangeboten für Jugendliche, die immer noch als zentrale Zielgruppe gelten. Zwar lassen sich grundsätzlich einzelne Konzepte und Methoden vom Jugend- auf den Erwachsenbildungsbereich übertragen. Demgegenüber steht jedoch der generelle Mangel an Angeboten speziell für ältere Bevölkerungsgruppen, obwohl z. B. gerade die „Arbeitswelt als zentraler Lebensbereich (…) verschiedene Anknüpfungspunkte für die präventive Arbeit gegen Rechtsextremismus“ (Rieker 2009: 57) bietet sowie einen lebensweltorientierten Bezug und die Einbeziehung eigener betrieblicher wie außerbetrieblicher Erfahrungen ermöglicht.

Außerschulische politische Bildung gegen Rechtsextremismus darf sich zukünftig nicht mehr nur auf die „Jugend“ beschränken, sondern muss zunehmend auch Präventionsangebote für ältere Bevölkerungsgruppen initiieren und Lernprozesse anregen, die jüngere wie ältere Altersgruppen in gleichem Maße ansprechen. Dies erfordert auch ein Umdenken in der Förderpolitik und eine dementsprechende Neuordnung der Bundesprogramme gegen Rechtsextremismus: Aktuell erlauben diese den außerschulischen Bildungsträgern aufgrund ihrer zumeist engen zeitlichen Rahmensetzung kaum die Entwicklung nachhaltiger Bildungsangebote. Außerdem liegt ihr Förderschwerpunkt besonders seit den 1990er Jahren auf dem Jugendbereich; bedient also nur am Rande altersunabhängige Bildungskonzepte, die neue Impulse setzen und den Austausch zwischen Menschen unterschiedlichen Alters zumindest begünstigen könnten. Vor allem im Vereins- und Verbandswesen inklusive der Gewerkschaften wären derartige altersübergreifende Präventivmodelle wünschenswert, in manchen Fällen sogar dringend erforderlich.

Zuletzt erschienen von den Autoren im Sammelband: http://www.wochenschau-verlag.de/handbuch-erwachsenenbildung.html

 

LITERATUR

Amadeu Antonio Stiftung/PRO ASYL (AAS/PA) (2016): Chronik flüchtlingsfeindlicher Vorfälle. Online unter: http://mut-gegen-rechte-gewalt.de [letzter Zugriff: 25.02.2016]. 

Decker, Oliver/Kiess, Johannes/Brähler, Elmar (2013): Die Mitte im Umbruch. Rechtsextreme Einstellungen in Deutschland 2012. Herausgegeben von der Friedrich-Ebert-Stiftung, 2. Aufl. Bonn.

Engelhard, Bert (2002): Rechtsextremismus: Eine besondere Herausforderung für die politische Bildung und pädagogisch-didaktische Konzepte als Teil der Strategie gegen Rechtsextremismus. München.

Geiges, Lars/Marg, Stine/Walter, Franz (2015): PEGIDA. Die schmutzige Seite der Zivilgesellschaft. Bielefeld.   

Heitmeyer, Wilhelm (Hrsg.) (2012): Deutsche Zustände. Folge 10. Berlin.

Kaletsch, Christa (2012): „Für Partizipation und Pluralität“ – Konzeptionelle Impulse aus Demokratiepädagogik und Menschenrechtsbildung. In: Bundschuh, Stephan/Drücker, Ansgar/Scholle, Thilo (Hrsg.): Wegweiser. Jugendarbeit gegen Rechtsextremismus. Motive, Praxisbeispiele und Handlungsperspektiven. Bundeszentrale für politische Bildung; Schriftenreihe Band 1245. Bonn: 89-106.

Rieker, Peter (2009): Rechtsextremismus: Prävention und Intervention. Ein Überblick über Ansätze, Befunde und Entwicklungsbedarf. Weinheim und München.

Vorländer, Hans (2015): Wer geht warum zu PEGIDA-Demonstrationen? Präsentation der ersten empirischen Umfrage unter PEGIDA-Teilnehmern. Online unter: http://tu-dresden.de/aktuelles/news/Downloads/praespeg [letzter Zugriff: 25.02.2016]. Die gesamte Studie von Hans Vorländer, Maik Herold und Steven Schäller ist abrufbar unter: https://tu-dresden.de/die_tu_dresden/fakultaeten/philosophische_fakultaet/ifpw/poltheo/news/vorlaender_herold_schaeller_pegida_studie [letzter Zugriff: 25.02.2016].

Zick, Andreas/Klein, Anna (2014): Fragile Mitte – Feindselige Zustände. Rechtsextreme Einstellungen in Deutschland 2014. Herausgegeben für die Friedrich-Ebert-Stiftung von Ralf Melzer. Bonn. Online abrufbar unter:http://www.fes-gegen-rechtsextremismus.de/pdf_14/FragileMitte-FeindseligeZustaende.pdf [letzter Zugriff: 25.02.2016]


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Kommentare zu diesem Artikel

KOMMENTARE

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Paul Laudenberg schrieb am 3. April 2016 um 19:42 Uhr:

Was diese Aussage über Migranten von einem Gewerkschafter (@S. Steffen), der sich als "BR-Vorsitzender in einem großen börsennotiertem Konzern mit Basisnähe bezeichnet" zeigt, ist eine absolut nicht hinnehmbare Denke, die bei einem Funktionsträger, zumal in dieser Position, nicht hinnehmbar ist. Ich würde es als ausreichenden Grund bezeichnen, das Amt niederzulegen!
Das schreibt jetzt ein ehemaliger BR-Vorsitzender eines Weltkonzerns im Automobilsektor. Wie des Öfteren ist leider festzustellen, dass sich der Horizont von "BR-Größen" auf die Perspektive des eigenen Unternehmens beschränkt und die Durchdringung gesellschaftlicher Verhältnisse, die mal in der Arbeitertradition und den Gewerkschaftsbewegungen zum Standard gehörten, aus dem Auge verloren hat.
Nur so ist zu verstehen, welche Melange da zusammengerührt und somit das Thema verfehlt wird. Es reicht eben nicht aus, sich nur mit der AfD und Pegida auseinanderzusetzen. Typischerweise werden Ursachen und Wirkungen vertauscht. Wenn aber BR-Vorsitzende, gerade der börsennotierten Konzerne, mal wieder begreifen würden, wer im gleichen Boot sitzt und wo die echten Gegner stecken, dann würde das auch politische Konsequenzen beinhalten, aber allemal die verzerrten Perspektiven zurechtrücken.
Es reicht schon lange nicht mehr hin, alte Besitzstände zu verteidigen, die auf Kosten der Gesellschaft, der Umwelt und der Peripherieländer verteidigt werden.
S. Steffen schrieb:
(...) "Und hört endlich auf alle die unsere Grenzen überschritten haben, als Flüchtlinge zu titulieren. Seid ehrlich zu Euch selbst und trennt die Spreu von dem Weizen. Wir haben kein Flüchtlingsproblem, sondern ein Problem mit Migranten die hier nichts zu suchen haben, weil sie nur kommen um Verbrechen zu begehen. Helft richtigen Kriegsflüchtlingen, aber stellt die ausländischen Verbrecher auch an den Pranger. Und versucht uns nicht zu erzählen, was wir wählen sollen----wir machen nämlich sicher genau das Gegenteil davon."

Gardinenverkäufer schrieb am 30. März 2016 um 10:56 Uhr:

S. Steffen schrieb:
Und hört endlich auf alle die unsere Grenzen überschritten haben, als Flüchtlinge zu titulieren. Seid ehrlich zu Euch selbst und trennt die Spreu von dem Weizen. Wir haben kein Flüchtlingsproblem, sondern ein Problem mit Migranten die hier nichts zu suchen haben, weil sie nur kommen um Verbrechen zu begehen. Helft richtigen Kriegsflüchtlingen, aber stellt die ausländischen Verbrecher auch an den Pranger.

Harter Tobak - da scheint "Frau" ja ziemlich gefrustet zu sein.....- aber man muss auch Dampf ablassen können...
Als "Gewerkschafter" finde ich auch nicht alles gut und kritisiere so einiges. Oft war ich nahe dran das Handtuch zu werfen, weil ich der Auffassung war, dass ich nicht ausreichend vertreten werde (das ist eine andere Geschichte), aber - was wäre ohne ? Gäbe es nicht noch mehr Chaos und Durcheinander? Und hinter einer Gewerkschaft stehen immer auch Menschen - jeder mit seinen Schwächen und Stärken.
Was das Thema "Flüchtlinge"/"Refugees" betrifft, muss sehr wohl zwischen denen unterschieden werden, die wirklich vor Krieg, Terror und Verfolgung fliehen und denen die sich rein aus wirtschaftlichem sozialen Kalkül auf den Weg gen "Bundesrepublik" machen.
Dazu braucht es nicht nur verantwortungsbewusste Politiker, sondern eben solche Gewerkschafter.
Für viele dieser Menschen ist Europa, allen voran Deutschland "das gelobte Land". Sie erhoffen hier Arbeit, soziale Unterstützung, medizinische Hilfe und Wohlstand.
Die derzeitige Gesetzeslage ermöglicht es, genau diese Ziele zu erreichen. Finanziert wird das von allen Steuerzahlern. Man braucht kein Finanzmathematiker zu sein, um 1+1 zusammen zu zählen.
Durch die neuen Medien verbreitet sich dieser (vermeintlich verlockende) Goldrausch in immer mehr Krisenregionen (Jack London lässt grüßen...). Immer mehr Menschen verschulden sich dort bei Kredithaien und Schlepperbanden - mit dem Ziel - das große Geld in Deutschland bzw. Europa zu verdienen.
und hier könnte ich eigentlich aufhören - denn letztendlich bleibt mir nichts anderes übrig, als auf die in anderen Beiträgen bereits erwähnten Fakten hinzuweisen.
Aber damit allein ist es nicht getan. Denn die Politik unternimmt nichts gegen dieses riesige Problem. Im Gegenteil - sie fördert und unterstützt das Ganze auch noch, in dem sie u.a. den Zugang zum Arbeitsmarkt für Migranten erleichtert - anstatt den Zutritt zu verwehren. Damit nimmt der Anreiz für andere ab.
Sie lässt die Oligarchen dieser Krisenländer unbehelligt. Sie toleriert Geldwäsche und andere illegale Transaktionen. Der organisierte Schmuggel/Handel mit Waren aller Art (u.a. der Ware Mensch) funktioniert, weil die Märkte bzw. Angebot und Nachfrage funktionieren und die Nachschubwege nicht unterbrochen oder ganz zum Versiegen gebracht werden können.
Asyl soll Hilfe bieten - es muss aber auf die Zeit beschränkt werden, in dem der Asylgrund tatsächlich besteht. Den "Migranten" muss Hilfe zur Selbsthilfe angeboten werden, aber auch mitgeteilt werden, dass eine Zukunft hier in Deutschland - im Hinblick auf die eigenen bestehenden schwerwiegenden Probleme hier - für sie nicht möglich ist.


S. Steffen schrieb am 29. März 2016 um 16:34 Uhr:

Ich bin seit über 30 Jahren Gewerkschafterin. Erst bei ÖTV, jetzt ver.di. Ich bin seit 25 Jahren BR-Vorsitzende in einem grossen börsennotiertem Konzern und ich sitze an der Basis. Eins kann ich den inzwischen abgehobenen GerwerkschafternInnen sagen: Mit eurer "Politik" der Ausgrenzung, des Lächerlichmachens und sogar des Hasses, gewinnt ihr keinen Blumentopf mehr. In unserem Land stimmt etwas nicht und die DGB Gewerkschaften verschliessen die Augen und können nur stereotyp vor den rechten Gefahren warnen. Wenn ihr Euch nicht ehrlich und aufrichtig mit AfD und Pegida auseinandersetzt und stattdessen händchenhaltend mit Antifa-Terroristen posiert, dann laufen Euch die Mitgrlieder scharenweise weg. Und hört endlich auf alle die unsere Grenzen überschritten haben, als Flüchtlinge zu titulieren. Seid ehrlich zu Euch selbst und trennt die Spreu von dem Weizen. Wir haben kein Flüchtlingsproblem, sondern ein Problem mit Migranten die hier nichts zu suchen haben, weil sie nur kommen um Verbrechen zu begehen. Helft richtigen Kriegsflüchtlingen, aber stellt die ausländischen Verbrecher auch an den Pranger. Und versucht uns nicht zu erzählen, was wir wählen sollen----wir machen nämlich sicher genau das Gegenteil davon.

Dirk Häberer schrieb am 29. März 2016 um 14:02 Uhr:

Hallo T. Lenzfeld,
wo waren Sie denn die letzten Jahre, um Gottes Willen?
Ist Ihnen entgangen, dass die Flüchtlingsbewegung erst eingesetzt hat, als es kein nordafrikanisches Land mehr gab, das, wie in den Jahrzehnten zuvor, in der Lage war Flüchtlinge aus den Nachbarländern aufzunehmen?
Haben Sie noch nie etwas über die Bedeutung Libyens als Flüchtlingshort gehört?
Noch nie etwas gelesen über die Absprachen zwischen der EU und Gaddafi, die Flüchtlinge betreffend?
Noch nie etwas von seinen Warnungen an Europa gelesen, was passieren wird, wenn die Amerikaner und Europäer auch in Libyen das Chaos verbreiten, dass sie erfolgreich in Ägypten und Tunesien angerichtet haben?
Haben Sie sich nur einmal gefragt, warum hunderttausende Flüchtlinge nicht in der Nähe Ihrer Heimat bleiben? In der Hoffnung, bald dorthin zurück zu kehren? Sich stattdessen auf tausende Kilometer weite, gefährliche Reisen begeben?
Haben Sie ernsthaft einmal versucht, sich dazu eine eigene Meinung zu bilden? Plappern Sie nicht alles nach. Schalten Sie Ihr Gehirn ein. Und stellen Sie sich immer die Frage:"Wem nützt es?".
Warum wundere ich mich eigentlich nicht mehr, dass auch von Ihnen keine Diskussion zum Thema erfolgt? Sie erinnern sich: Verhaltens- und Verhältnisprävention? Aber darum geht es Euch ja gar nicht.
Ach ja: Und es ist nicht der Wind von vorne. Das erkenne ich am Geruch.

Gardinenverkäufer schrieb am 29. März 2016 um 12:43 Uhr:

Wer, welche Fehler usw. gemacht hat, darüber lässt sich streiten - die Gewerkschaften haben sicher auch ihre Fehler gemacht - aber das ist nicht Thema des "Threads".
Es gilt die Meinungsfreiheit. Insofern der Forumsbetreiber weitere "Spielregeln" erlässt, sollte man sich doch daran halten, bzw. unter "uns" einen vernünftigen Umgangston miteinander teilen.
Das Thema Flüchtlinge verursacht - sobald man es an- oder ausspricht - einen Riss in der Gesellschaft.
Jeder hat seine Gründe, warum er die eine oder andere Position bezieht - "Sie" (also die Position), sollte sich m.E. doch an den geltenden Gesetzen orientieren und nicht dagegen verstoßen.
Allen voran Kritiker finden/fühlen sich schnell in die "rechte" Ecke gedrängt - so sie mitunter nicht hingehören.
Der Beitrag der Autoren Venohr und Almendinger verdeutlicht, welche Probleme in diese Land (auch versteckt) herrschen - selbst staatliche Organisationen und Ministerien haben die Vergangenheit noch nicht vollständig aufgearbeitet bzw. sind dabei ihre Geschichte transparent zu machen.
Dass es zu solchen - nicht nur verbalen - Entgleisungen,Übergriffen und Konflikten kommt - dass muss oder sollte man auch denen anlasten, die eine Politik betreiben, wo der Mensch/Bürger das Gefühl hat er wird nicht mitgenommen.
Das macht es f. gewisse Parteien zu einer Art "Heimspiel" und die Wähler/Kritiker laufen zu ihnen über oder?
während die etablierten Parteien dem Wähler die Schuld geben - um von ihrer missratenen Politik abzulenken.
Verschärft wird dieses Problem dadurch, dass der Staat seine Aufgaben sträflich vernachlässigt hat, die Gewerkschaften unter die Räder gerieten (Friss oder stirb), und bei sämtlichen "Kontrollorgane/-mechanismen" die Schalter auf "Aus" umgelegt wurden.
Damit ist u.a. der unkontrollierten illegalen Einreise und der illegalen Beschäftigung Tür und Tor geöffnet worden. Allein durch Schwarzarbeit entsteht ein jährlicher Schaden (für uns alle) i.H. v. ca. 350 Mrd.Euro).
Wer sich zudem unerkannt/illegal in Deutschland aufhält - das haben die Anschläge in versch. europäischen Ländern, zuletzt in Frankreich und Brüssel gezeigt, macht es für die Sicherheitsbehörden schwer, Straftaten oder terrorischtische Anschläge (im Voraus ) zu erkennen bzw. zu verhindern. Attentäter können sich in Europa - ohne Angst vor Kontrollen haben zu müssen - frei bewegen.
Ein weiterer Punkt ist der Unsinn des globalen Handels - wo z.B. deutsches und EU-Fleisch immer mehr einheimische Tierzüchter v. Märkten verdrängt (Zdf-Dokumentation "Hähnchenreste auf Reisen" oder "Huehner fuer Afrika - Vom Unsinn des globalen Handels .../youtube). Überhaupt sämtliche subventionierte Landwirtschaft ("Ab nach Afrika,von Francisco J. Mari, kritischer Agrarbericht"). Dazu zählt auch die Fischereipolitik - wo EU-Trawler auf Fischzug vor Afrikas Küste gehen und einheimischen Fischern die Lebensgrundlage entziehen.
Die EU-Kommission sah lange keine Verfehlungen in der Region und Zusammenhänge zwischen der EU-Fischereipolitik und dem Flüchtlingsproblem. Das betonten Sprecher der früheren Fischereikommissare immer wieder (Geo, Fischzüge vor Afrika v. Dr. Torsten Schäfer).
Weitere Zusammenhänge finden sich in den Büchern v. Fabrizio Gatti (Bilal - Als Illegaler auf dem Weg nach Europa) und Michael Jürgs (Sklavenmarkt Europa) bzw. Lydia Cacho (Sklaverei
Im Inneren des Milliardengeschäfts Menschenhandel).
Wir müssen die Kuh v. Eis bringen - fragt sich nur wie...

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