Guten Tag, Kollegen, hatte vorher keine Zeit, mich hier wieder zu äußern.
Das die Flügel in der LINKEN sich zerfleischen, ist doch wohl etwas übertrieben und kein Argument, sie nicht zu berücksichtigen, Es stört mich schon gewaltig, daß die Medien bei jeder Gelegenheit die üblichen Verdächtigen der anderen Parteien einladen - und ich meine nicht zu Talkshows sondern auch zu Rundfunkinterviews. Beispielsweise höre ich zu Wirtschaftsfragen sehr oft Rösler oder Brüderle, aber ich höre keine gegenteilige Erklärung oder Aussage eines Politikers der LINKEN. Es muß ja nicht immer Dr. Gisy sein. Wenn es um die Meinung der Opposition geht, sind SPD- oder 'Grünen-Mitglieder stets zu Wort gekommen oder wurden zitiert. Seltenst jemand von der LINKEN. Es ist dem Bürger so ja gar nicht möglich, sich eine Meinung zu bilden, wenn er nur einseitig informiert wird. Ich nenne das Meinungsmache im Sinne der aktuellen Machthaber im Land.
Nun habe ich ja gehofft, Herr Sommer würde zum Paukenschlag ausholen, und ein Wahlempfehlung für die LINKEN aussprechen. <nichts dergleichen passiert - er lobt Merkel und ihre Arbeitnehmerfreundlichkeit. Hat der Mann die Letzten Jahre hinter einem Busch oder beim Kaffeetrinken bei Merkel verschlafen?! Millionen Menschen in diesem Land in prekären Arbeitsverhältnissen, die letztendlich ins Alterselend führen, und der Mann lobt die Frau? Traut er sich nicht, von der gemachten Meinung im Land abzuweichen, oder was soll das? Wieso läd er Steinbrück ein? Der Mann hat sich um alle Wahlchancen gebracht schon als er eine Koalition mit Beteiligung der LINKEN kategorisch ausschloß. Und dann jammert er jetzt schon rum über das in seinen Augen zu geringe Kanzlergehalt. Ein Gehalt als Kanzler wird er nie beziehen, und ich hoffe, daß die SPD das früh genug einsieht. Der FDP, die Herr Sommer auch nicht einlud, hätte er schön die Leviten lesen können, hätte er sie eingeladen. Was mich ganz stark enttäuscht ist, daß er keine Wahlempfehlung für die LINKE ausgesprochen hat. Nur so hätte er Druck für Reformen, die wirklich Reform genannt werden können im ursprünglichen Sinne. Damit die Gewerkschaften wieder wahrgenomen werden und ihre Stärke mit ca. acht Millionen Mitgliedern in die Waagschale werfen.
Vor der Wahl versprechen die Parteien wieder alles mögliche und können sich nach der Wahl kaum noch daran erinnern.
Die größten Schnittmengen haben die Gewerkschaften - zumindest die Gewerkschaftsmitglieder - mit der LINKEN, denn die anderen vier Parteien werden in diesem Land zum Wohle der abhängig Beschäftigten nichts ändern. Das ist übel, aber ich denke, wir werden uns wohl auf einige weitere Jahre mit Merkel etc. abfinden müssen. Das ist nicht nur übel für die Deutschen, das ist übel für ganz Europa!
GEGENBLENDE schrieb:
Lieber Kollege Zerbig,
zur Frage des CDU-Parteitags gibt es inzwischen Stellungnahmen und Kommentare auf der DGB-Homepage. Bei dem Schild auf Nachdenkseiten handelt es sich nicht um Sponsoren, sondern um Aussteller, dass haben die Nachdenkseiten auch schon eingesehen.
Gleichwohl ist dem DGB bewusst, dass Standgebühren häufig von Privatunternehmen als verschleierte Spende genutzt werden. Den DGB nun mit diesen Unternehmen in einen Topf zu werfen, halte ich für vermessen. Der DGB hat den Stand zum Lobbying für den Mindestlohn genutzt, schließlich sind über 60 Prozent der CDU-WählerInnen dafür und das ist bei den Delegierten noch nicht angekommen. Auch vor dem Gebäude hat der DGB entsprechende Aktionen für den Mindestlohn gemacht. Wenn nun der DGB seine Mindestlohn-Kampagnenkosten offenlegt, nützt das niemanden anders als dem politischen Gegner. Zumal die CDU die richtige Adresse wäre, um ihre Einnahmen aus den Ständen (inklusive DGB) offenzulegen. Die Diffamierung des DGB in dieser Frage führt zur Antwort deiner weiteren Fragen, denn solange sich die Linke mit diesen Selbstzerfleischungen aufhält, solange ist sie schwach, wird von der Öffentlichkeit nicht ernst genommen und hate keinen Einfluss - das hat man ja letztes Jahr an der Partei Die Linke gesehen. "Jede Linke hat die Mehrheiten, die sie verdient" - könnte man deinen Schlusssatz erweitern.
Lieber Kollege Zerbig,
zur Frage des CDU-Parteitags gibt es inzwischen Stellungnahmen und Kommentare auf der DGB-Homepage. Bei dem Schild auf Nachdenkseiten handelt es sich nicht um Sponsoren, sondern um Aussteller, dass haben die Nachdenkseiten auch schon eingesehen.
Gleichwohl ist dem DGB bewusst, dass Standgebühren häufig von Privatunternehmen als verschleierte Spende genutzt werden. Den DGB nun mit diesen Unternehmen in einen Topf zu werfen, halte ich für vermessen. Der DGB hat den Stand zum Lobbying für den Mindestlohn genutzt, schließlich sind über 60 Prozent der CDU-WählerInnen dafür und das ist bei den Delegierten noch nicht angekommen. Auch vor dem Gebäude hat der DGB entsprechende Aktionen für den Mindestlohn gemacht. Wenn nun der DGB seine Mindestlohn-Kampagnenkosten offenlegt, nützt das niemanden anders als dem politischen Gegner. Zumal die CDU die richtige Adresse wäre, um ihre Einnahmen aus den Ständen (inklusive DGB) offenzulegen. Die Diffamierung des DGB in dieser Frage führt zur Antwort deiner weiteren Fragen, denn solange sich die Linke mit diesen Selbstzerfleischungen aufhält, solange ist sie schwach, wird von der Öffentlichkeit nicht ernst genommen und hate keinen Einfluss - das hat man ja letztes Jahr an der Partei Die Linke gesehen. "Jede Linke hat die Mehrheiten, die sie verdient" - könnte man deinen Schlusssatz erweitern.
Seit mehreren Jahren lese ich schon die WWW.Nachdenkseiten.de von Albrecht Müller und Wolfgang Lieb. Daher ist mir das oben geschriebene von Prof. Dr. Butterwegge nicht gerade fremd. Seit Jahrzehnten bib ich darüberhinaus Mitglied in einer Gewerkschaft, aber was ich nun auf den Nachdenkseiten las, haut mich denn doch um! Der DGB sponsert den CDU-Parteitag! Ja geht's denn noch?! Diese Leute von der CDU zusammen mit den aneren Parteien (CSU, FDP, SPD und Grüne) halsen uns durch ihre "Reformen" die Rente mit 67 auf, nur um der Finanz- und Versicherungswirtschaft Milliardeneinkünfte zu verschaffen, sorgen darüberhinaus durch eine total verfehlte Arbeitsmarktpolitik und ihre Agenda 2010 dafür, daß Millionen Bürger verelenden, sich als Arbeitssklaven über die Zeit bringen müssen, um dann irgendwann eine erbärmliche Rente zu bekommen. Auf den Arbeitsämtern müssen sie sich mit willkürlichen Sanktionen traktieren und sogar unter das verfassungsmäßig garantierte Existenzminimum drücken lassen, und der DGB sponsert daß auch noch! Die alten bekommen keine auskömmliche Rente und die jungen keinen Arbeitsplatz, an den sie ein anständiges Einkommen erziehlen können, und diese Vereine unterstützen wir?
Vorgestern sah ich einen Bericht in "Panorama", der zeigte, daß man Pflegebedürtige nach Osten "outsourced", weil die Altenpflege in Deutschland angeblich nicht mer zu bezahlen ist! Sind denn in diesem Land alle ganz und gar verrückt geworden? Frau Merkel sorgt dfafür, daß bald ganz Europa "am Stock geht", und mit unseren Beiträgen werden diese Leute auch noch gesponsert!
Warum bringt der DGB nicht jung und alt auf die Straße, um für gerechte Löhne und Steuern, paritätisch finanzierte soziale Sicherungssysteme, ordentliche Ausbildungsplätze statt "Warteschleifen", eine Arbeitsmarkpolitik, die uns Arbeitnehmern ein Einkommen bringt, von dem wird ohne Hartz IV-Aufstockung leben können? Warum höre ich von meiner Gewerkschaft nichts, warum werden die Massen nicht via Facebook etc. mobilisiert? Warum geht in diesem Land einfach nichts?? Europa lehnt sich auf, und Deutschland schaut zu, las ich kürzlich in einer Zeitung. Warum geht in diesem Land einfach nichts??? Warum läßt man zu, das Frau Merkel den europäischen Gedanken, den ihre Vorgänger mühsam ins Leben gerufen und gepflegt haben, mit ihrem Austeritätsirrsinn kaputtmacht, daß wir wieder die "bösen Deutschen" sind?
Ich habe noch so viele Fragen dazu - keiner gibt mir Antworten, die befriedigen. Ist diese Volk so ein Schrotthaufen, daß es sehenden Auges mit mittelmäßigen "Eliten" an der Spitze ins Unglück rennt und die anderen gleich mit sich reißt?
Wenn uns schon die Medien nichts mehr zu sagen haben, hoffte ich wenigstens auf die Gewerkkschaften, aber bis auf ein paar nette Reden habe ich da nichts gehört oder gelesen. Allein Herrn Gisy bei den Bundestagsdebatten zuzuhören, ist eine Wonne, aber seine Partei will man in diesem Land ja nicht. Nur - von ihm höre ich die Vorschläge, die unserem Land und ganz Europa weiterhelfen würden. Man läßt sich lieber für dumm verkaufen. Jedes Volk hat die Regierung, die es verdient - das ist dann wohl so!