Jürgen Karl schrieb:
....Mir erscheint die neoliberaler Ideologie leider lebendiger denn je.
Das sehe ich an bewölkten Tagen ähnlich. TS
Wenn der obere Artikel die Urteilsverkündung ist über die Ordoliberalen Wirtschaftsthesen, dann kann man die Urteilsbegründung hier nachlesen:
"Die Dogmen der Ökonomie und die Realität"
http://www.sfv.de/pdf/Dogmen_Oekonomie_1pdf.pdf
Neben der "unsichbaren Hand" werden weitere Thesen auf ihre Realitätsnähe hin untersucht.
Für mich einer der lesenswertesten Grundsatzartikel der letzten Monate.
Lange galten „Wirtschaftsweise“ als Propheten. Wenn sie heute ihre marktüblichen Wahrheiten verkünden, hört kaum noch jemand hin.
Nun, wenn man etwa das agieren der Bundeskanzlerin in der aktuellen Euro-Krise sieht, scheint eher das Gegenteil der Fall. Merkel oder besser Merkozy verfolgen stringent ihre neoliberale Agenda mit Schuldenbremse, zusammenstreichen der öffentlichen Haushalte, speziell aller wohlfahrtsstaatlicher Posten bzw. dessen was davon noch übrig ist.
Gerade gestern lobte Merkel Italien für seinen radikalen Sparkurs mit den üblichen Ingredienzien, wie Anhebung des Renteneintrittsalters, Kürzung der Renten, Erhöhung der Mehrwertsteuer. Dies entspricht ganz klar einem der neoliberalen Hauptziele den Staat und den öffentlichen Sektor auszuhungern, mit dem finalen Ziel eine Politik der Deregulierung, der Privatisierung und des Sozialabbaus durchzusetzen.
Dazu äußerte sich etwa der Präsident der Frankfurt School of Finance and Management, Udo Steffens, als Vertreter des neoliberalen Mainstreams, in einem Interview des Deutschlandfunks entsprechend auf die Frage ob ein verschärfter Sparkurs nicht die Gefahr einer Rezession beinhalte:
„Das würde eine Rezession bedeuten, …. Aber man muss sich einmal wahrhaftig damit auseinandersetzen, ob das dann nicht genutzt werden kann, um endlich unsere Sozialsysteme zu entrümpeln, … „
Mir erscheint die neoliberaler Ideologie leider lebendiger denn je.
Ich kann ja den Frust verstehen, der aufkommt, wenn mensch immer wieder die alten Parolen vorgesetzt bekommt. Insofern wird der Artikel einem alternativen Wirtschaftswissenschaftler sicher aus der Seele sprechen.
Allerdings: Die Nennung von Namen wie Flassbeck, Stiglitz und Krugman ist fast schon symptomatisch. Ich fühle mich an die Schwalbe erinnert, die noch keinen Sommer macht.
Es ist zwar schön, wenn zunehmend auch die Medien mal alternative Stimmen aufnehmen. Es ist auch nett, wenn es neue Bewegungen (wie die Postautisten) gibt. Aber auch einzelne Aktionsgruppen oder "Institute" ändern nichts an der verfahrenen Situation an den deutschen Hochschulen selbst. Ich würde einfach mal empfehlen, die Stellenausschreibungen im Bereich VWL zu studieren.
Darüber hinaus: Obwohl ein Generationenwechsel ansteht, ist es manchmal erschreckend, in welcher inhaltlichen Kontinuität Lehrstühle besetzt werden.
Kurz: Ich teile die Kritik des Autors, aber einen richtigen Sommer sehe ich trotz verschiedener Schwalben nicht.
und damit bleibt der Artikel in einer dunklen Ecke verbannt.
Sicher hat der Autor seine FANS, deren Vorurteile er gehörig zur Sprache bringt.
"Für das Jahr 2005 hatte der Bund 29,5 Mrd. Euro für das neu geschaffene ALG II vorgesehen.
Tatsächlich betrugen die Ausgaben 37,5 Mrd., zumeist wegen überraschender Anpassungen der
Betroffenen an die beabsichtigten Leistungskürzungen. So zogen Jugendliche von zuhause aus
und zusammenlebende Partner zum Schein in verschiedene Wohnungen, um jeweils eigene
„Bedarfsgemeinschaften“ zu begründen und die dafür fälligen Grundbeträge zu kassieren."
Ist das eine Behauptung von Herrn Streek oder Empirie?
Hat Herr Streek den Etatplan Hartz IV mit aufgestellt?
Hat Hartz IV das Streeksche Insider Outsider Problem gelöst?
Hat Herr Streek die Senkung der Lohnnebenkosten (der Löhne) zu mehr Beschäftigung Arbeitsvolumen geführt?
Tatsächlich ist keine Beschäftigung aufgebaut worden.
DAS ARBEITSVOLUMEN IST NICHT GEWACHSEN.
(Von der Unbestreitbaren Tatsache, eine geschlossene Volkswirtschaft, wie sie die Währungsunion nun einmal ist, muß insgesamt für mehr Beschäftigung sorgen. Senken die einen die Löhne findet nur BESCHÄFTIGUNGSVERLAGERUNG innerhalb der Währungsunion statt.)
Sondern Interessengruppen Arbeitgeber und Arbeitnehmer , unterstützt durch die Politik, nutzen das entstandene System für ihre Belange.
Die Politik toleriert es , da die Messgröße 'Arbeitslosigkeit' so sinkt.
Keine Beschäftigungspolitik ist wirksam, bei gleichzeitiger Ausgabenkürzung mehrerer Sektoren innerhalb einer geschlossenen Volkswirtschaft.
(DIE EU-17 hat keine Leistungsbilanzüberschüsse oder -Defizite gegen den Rest der Welt.)
Das ist keine PSEUDOWISSENSCHAFT , dass ist gesunder Menschenverstand.
Widerlich ist es wenn die Protagonisten des bestehenden APARDHEITSYSTEMS, die Gewerkschaften, Politik und auch 'Wissenschaftler' wie Herr Streek, so tun als gäbe es keine Apardheit und keine Ausgrenzung von Langzeitarbeitslosen.
Dafür wird 'Wissenschaft' benutzt.
Und die Nutzung von Wissenschaft für solch finstere Zwecke ist (war) nicht nur unter dem Stalinismus oder Nationalsozialismus gang und gäbe.
DANKE FÜR PSEUDOWISSENSCHAFT ala Insider Outsider.
Die Apardheit auf zu hohe Lohnnebenkosten reduziert.
