Rise against
RISE AGAINST: Tolle Band, aber kein tolles Konzert
RISE AGAINST ist die Nr. 1 der deutschen, kanadischen und UK-Album-Charts mit ihrem aktuellen Langspieler „Endgame“. Vielleicht kann man derzeit als deren Vorgruppe nur verlieren. Am 3.3.2012 spielten auf ihrem Konzert in Berlin die Bands ARCHITECTS und TOUCHÈ AMOUR als Vorgruppen und sie haben verloren – ohne Anstand. Man konnte sich angesichts der gezeigten Leistung und des schlechten Sounds nur abwenden und auf die Headliner warten.
Nachdem die vier von RISE AGAINST kamen, kam auch die nächste Enttäuschung. Der Sound in der Berliner Arena war total breiig. Das ist ein immerwährendes Problem des Veranstaltungsorts. Daher kann man leider nicht viel über Höhepunkte berichten – mit kleinen Ausnahmen: die melodiösen Lieder hatten durchaus mehr Zustimmung als die älteren härteren Stücke. Den Gipfel des Jubels erreichte entsprechend „ Make It Stop (September's Children)“.
Kommen wir an dieser Stelle lieber zum politischen Engagement der Band. Für die Kompilation zu 50 Jahre Amnesty International haben sie ein Lied Bob Dylans aufgenommen. Es ist eine sehr schöne Interpretation von „Ballad of Hollis Brown“, die ein politisches Anliegen darstellt.[1] Letztes Jahr spielte der Sänger Tim Mc Ilrath zusammen mit Tom Morello, dem Gitarristen von RAGE AGAINST THE MACHINE, den Gewerkschaftsklassiker „Solidarity Forever“.
Abblende: Konzerte in der Berliner Arena sind nichts wert!
[1] Das offizielle Video: http://www.drlima.net/2012/02/rise-against-the-ballad-of-hollis-brown-official-video/
Dropkick Murphys
DROPKICK MURPHYS: Tolles Konzert mit toller Band
Am 29. Januar 2012 war es soweit: Die DROPKICK MURPHYS spielten in Berlin und die Columbiahalle war proppevoll. Zunächst galt es jedoch, die Vorband BOUNCING SOULS zu ertragen. Über deren Musik muss man sich nicht weiter auslassen. So bedeutsam war es dann doch nicht – jedenfalls nicht im Vergleich zur Hauptband.
Insgesamt stand der aktuelle Longplayer der Hauptband im Mittelpunkt, der bereits im Dezember 2011 an dieser Stelle rezensiert wurde.[1] Damit erreichten sie den Platz 19 der deutschen Albumcharts.
Eröffnet wurde der Reigen der 24 Lieder mit dem schmissigen „Hang ´Em High“, mit dem das Publikum direkt in Stimmung geraten ist und es wurde immer besser. Zwischen den einzelnen Nummern ließ Leadsänger Al Barr keine Gelegenheit aus, die Verbundenheit der DROPKICK MURPHYS mit der ArbeiterInnenklasse und den Gewerkschaften zu betonen. Und schon ging es dann weiter mit mitreißendem Folk-Punk. Natürlich spielte dann die Band ihre großen Klassiker, zum Beispiel „The Gang’s All Here“. Nach dem Titelsong der aktuellen LP „Going Out In Style“ erklärte Barr, die Band spiele Folk und Punk und nun würde man dem Folk frönen. Kurz angesagt, dann schnappten sie sich acht Stühle, stellten sie nebeneinander und spielten vier Stücke akustisch: „Take `Em Down“, „Warriors Code“, „Devils Brigade“ und „Boys On The Dock“. Anschließend war auch kritischen Geistern klar, was die Kollegen musikalisch drauf haben. Sie gaben noch drei Zugaben, bei der Ersten nahmen sie die weiblichen Fans auf die Bühne und bei der Zweiten die Jungs. Zum Schluss coverten die Murphys noch „T.N.T.“.
Und alle waren glücklich!
Eigentlich eine Band für den IGB-Kongress 2014 in Deutschland, oder?
[1] siehe: http://www.gegenblende.de/13-2012/++co++14325028-2bdd-11e1-5214-001ec9b03e44