Vier Filme waren für den diesjährigen DGB-Filmpreis nominiert: Neben „Themba“ waren dies:
„8th Wonderland“ (F 2009) - ein Spielfilm über einen virtuellen Staat, den ein globales Kollektiv im Internet gegründet hat. Dort stimmen die Bürger wöchentlich über spektakuläre Aktionen ab: Der Vatikan wird mit Kondom-Automaten bestückt, ein Atomdeal zwischen Russland und dem Iran wird verhindert und millionenschwere Fußballprofis müssen in einem chinesischen Sweatshop handgearbeitete Schuhe in Massenproduktion fertigen. Aber das soziale Widerstandsnetzwerk wird ausgehebelt. Die Mächtigen beginnen, dem virtuellen Staat Gewaltakte in die Schuhe zu schieben.
„Deckname Cor – Die dramatische Geschichte des Max Windmüller“ - ist eine Dokumentation des Regisseurs Eike Besuden (D 2010). Der Emdener Max Windmüller ging 1933 in den Widerstand. Seine in Holland gegründete „Westerweelgruppe" hat tausende Juden vor den Deutschen versteckt und ihnen geholfen zu überleben. Mit 25 Jahren wird er als Buchenwaldhäftling wenige Tage vor Kriegsende auf einen Todesmarsch Richtung Dachau getrieben. Als er Wasser aus einer Pfütze trinken will, wird er von einem Wachmann erschossen.
„Unbelehrbar“ (D/Isr 2010). Die 40-jährige Ellen hat sich mit ihrem Handicap, nicht lesen und schreiben zu können, arrangiert. Sie arbeitet als Hilfskraft in einer Großküche und überlässt die Verantwortung für sich und ihre beiden Kinder ihrem Mann. Als ihre Chefin ihr zum wiederholtem Male eine Weiterbildung anbietet, lehnt sie rigoros ab. Die ausgeschlagene Chance bringt Ellen jedoch zum Nachdenken und sie beschließt, ihren Analphabetismus endlich zu überwinden - eine Entwicklung, die für das Familiengefüge allerlei Folgen hat.
Der Dokumentarfilm „Stayed Out Overnight“ aus Südkorea (2009) lief außer Konkurrenz. Er dokumentiert den zweitägigen Protest gegen die Kündigung - 1.000 in einer Supermarktkette befristet beschäftigte Frauen haben sich daran beteiligt. Es soll einer der außergewöhnlichsten Widerstandskämpfe in der Geschichte Südkoreas - wenn nicht weltweit - werden: Die politisch kaum aktiven Arbeiterinnen streiken 510 Tage gemeinsam gegen die ausbeuterischen Beschäftigungsverhältnisse. Mit ungewöhnlicher Disziplin und bemerkenswerter Kreativität eröffnen sich die Streikenden dabei den Blick auf eine völlig andere Welt. Sie lernen Gewerkschaften kennen, Politiker kommen zu Besuch, und sie lernen, wie gekämpft und verhandelt wird. Mit außergewöhnlichen Mitteln setzen sie das Management und die Staatsgewalt unter Druck.
Der DGB-Filmpreis ist ein Publikumspreis. Er wird seit 1998 auf dem Filmfest Emden-Norderney verliehen. Das diesjährige 21. Filmfest fand vom 2. bis 9. Juni 2010 statt.
Seit 1998 vergibt der DGB seinen mit 5.000 Euro dotierten Preis für gesellschaftlich in besonderer Weise engagierte Filme. Damit unterstützt der Deutsche Gewerkschaftsbund die Arbeit von Regisseurinnen und Regisseuren, die „sich kritisch, innovativ und unterhaltsam Themen wie Arbeit, Gewalt oder Diskriminierung widmen“.
Das Preissymbol ist die Plastik „Die Sinne“, geschaffen vom Künstler Joern Schlund aus Münster. Sie symbolisiert die fünf Sinne, die für Menschen maßgeblich für die Wahrnehmung unserer Umwelt sind.