Hagen Kühn schrieb am 2. September 2010 um 22:53 Uhr:

Niedriglohn ist kein Sachzwang
Die Ausweitung des Niedriglohnbereichs mit der Expansion der Dienstleistungsarbeit zu erklären, macht sie zum Sachzwang. In den Ländern mit deutlich niedrigerem Niedriglohnbereich sind die Dienstleistungssektoren nicht kleiner. Erstens ist Das Ganze ist politisch gewollt, die Hartz-Gesetze sind ein Ausdruck dieses politischen Willens und zweitens ist die Gegenmacht verschwindend gering, Die Gewerkschaften nehmen (m. E. nur teilweise berechtigt) die Fortschritte der 60er Jahre als ihr Verdienst in Anspruch, aber die Abwärtsbewegung der Lohnquote und des Sozialstaats verdankt sich Sachzwängen. Internationale und historische Erfahrungen zeigen nur zwei erfolgreiche Bedingungen für steigende Lohnanteile: 1. eine Knappheit auf dem Arbeitsmarkt (60er Jahre) und/oder eine breite Gegenmacht von unten. Nur unter diesen Voraussetzungen können Gewerkschaften erfolgreich verhandeln. Ohne diese Voraussetzungen ist "Sozialpartnerschaft" nicht mehr als eine hilflose Geste. Und eine ganze Reihe von Gewerkschaftsvorständen agieren wie Fachbeante für hilflose Gesten, die froh und stolz sind, wenn sie von den Spitzenpolitikern ein bißchen Beachtung bekommen. Sie bekommen sie auch, solange es nichts kostet.

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