Jan Piegsa schrieb am 19. Januar 2010 um 13:10 Uhr:

Re: sog. "guter Kapitalismus"
Sehr geehrter Thomas Koch,
vielen Dank für's Lesen meines Artikels. Der Beitrag ist eine Rezension des Buches "Der gute Kapitalismus - und was sich dafür nach der Krise ändern müsste". Erklärt und auch bewertet wird, welches Konzept die Autoren sich als Antwort auf die Krise vorstellen. Sie haben das Buch als Ergebnis einer längeren Debatte in der der SPD nahestehenden Friedrich-Ebert-Stiftung verfasst. Entsprechend gilt, sich damit auseinanderzusetzen. Einem Rezensenten obliegt genau diese Aufgabe. Selbstverständlich können Sie nach Lektüre des Buches zu einer anderen Bewertung kommen.
Die Gewerkschaften und der DGB unterstützen alle politischen Kräfte, die sich für Arbeitnehmerinteressen einsetzen - in und gegenüber allen Parteien des demokratischen Spektrums. Nicht anders ist der letzte Satz des Beitrags einzuordnen:
"Sie [Die SPD] muss die Diskussion aufnehmen, die Aufarbeitung der Krise mitgestalten, darf dabei eigene Fehler nicht verschleiern und muss endlich offensiv für eine sozial regulierte Europäische Union werben – für den guten Kapitalismus."

Thomas Koch schrieb am 4. Januar 2010 um 15:40 Uhr:

sog. "guter Kapitalismus"
Sehr geehrter Herr Piegsa,
einen "guten Kapitalismus" gibt es nicht. Dazu muß man sich mal vor Augen führen, wie Kapitalimus characterisiert ist, wem er nützt und auf wessen Kosten.
Ich empfehle allen den Artikel "Prekarität im Finanzmarktkapitalismus von Prof. Dr. Klaus Dörre hier in dieser Ausgabe.
Und ausgerechnet die SPD soll den Kapitalismus zum "guten" wenden. Ich erinne an die Schröder-Regierung, die uns Arbeitern wieder mal mächtig in den Rücken gefallen ist. Die Dutz-Freundschaft Schröder/Hartz hat dem Kapitalismus erst Tür und Tor für seine menschenverachtende "Sozial"-Poltik geöffnet.
NEIN: mit der SPD bin ich fertig. DREI MAL haben uns die Sozial-Demokraten seit ihrem Bestehen veraten. Zuletzt mit der sog. "Agenda 2010". Jetzt haben wir 2010 und die Arbeitnehmerschaft zittert um ihre Existenz während die Kapitalisten die Sektkorken knallen lassen.
Und die Gewerkschaften unterstützen nach wie vor die SPD? Da braucht man sich nicht wundern, dass nicht nur der SPD die Mitglieder weglaufen sondern auch den Gewerkschaften der Nachwuchs ausbleibt.
!!! Sozial-Darwinismus - nicht "guter Kapitalismus" herrscht !!!
Gruß
Thomas Koch

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